"The Outtake" - die exklusive Kolumne

The Outtake

Hinterm Horizont geht’s weiter! …oder?



“Bis zur Unendlichkeit! Und noch viel weiter!” war vor mittlerweile schon wieder ziemlich vielen Jahren der Spruch von Toy Storys Buzz Lightyear. Und w├Ąhrend man als Kind noch die fernen Welten und unz├Ąhligen Abenteuer erforscht, entdeckt und bestanden hat, stellt sich der ein oder andere Herangewachsene doch mal die Frage, ob es noch was zu entdecken gibt. Vorbei die Zeiten, als man sich auf den westlichen Seeweg nach Indien machte und stattdessen auf das heutige Amerika traf. Mit Google Earth ist ja sowieso jeder jederzeit ├╝berall. Wer braucht da noch Atlanten? Und doch ist es auch immer wieder ein Spa├č, ohne Kompass, Sextant und Kursbuch loszuziehen, sich einen Film anzusehen und eine unerwartete Entdeckung zu machen. Als w├Ąre man wieder Kind.

Aber ist das ├╝berhaupt noch m├Âglich? Ist es nicht ein Himmelfahrtskommando, einfach aufzubrechen, also den Fernseher einzuschalten, ins Kino zu gehen und/oder sich ein(e) Video, Laserdisc, DVD, Blu-ray Disc zu kaufen? Man hat ja schlie├člich schon genug damit zu tun, sich das Werk seines Lieblingsschauspielers/-regisseurs/-komponisten/-kameramann oder gar bestimmter Str├Âmungen (Italo-Western, Film Noir, Apatow-Kom├Âdien) anzueignen und daran Spa├č zu haben. Und selbst mit Listen aus OFDb, IMDb und einschl├Ągigen Filmlexika ist dies dann doch schon Aufgabe genug. Und zu den Filmen dann sogar noch den Soundtrack erwerben und anh├Âren, sich die literarische Vorlage zu Gem├╝te f├╝hren etc. pp. verschlingt nochmal genauso viel Zeit. Von der finanziellen Komponente ganz zu schweigen.

Andersherum kann man es sich nat├╝rlich auch leicht machen und einfach ganze Str├Ąnge der Filmwelt und -geschichte abkanzeln. “Stummfilme sind doof. Die sind immer schwarz-wei├č und die sprechen ja da auch alle nicht.” In etwa so durfte ich mich vor kurzem ├╝ber Fritz Lang, konkret seine beiden Nibelungen-Filme Siegfried und Kriemhilds Rache, unterhalten. Nat├╝rlich sind Stummfilme nicht doof, auch wenn es keine h├Ârbaren Dialoge gibt. Mit Virage kann ja zudem der S/W-Effekt gemildert werden. Dennoch hat mir das mal wieder deutlich gemacht, dass wohl ein eigener Antrieb vorhanden sein muss, um ├╝berhaupt Entdeckungen zu machen. Ja, ich kann mich auch nicht mit allen Stummfilmen anfreuden, halte Metropolis f├╝r passabel mit einigen starken Szenen. Aber einfach so, wegen technischer Punkte ein Riesenwerk von Filmen nicht entdecken wollen? Da bin ich wohl zu scharf darauf, in alle Richtungen zu gucken. Selbst Bollywood.

Selbstverst├Ąndlich stehen je nach Interesse manche Filme weiter oben auf der “Kenn ich nicht, muss ich mal schauen”-Liste und Impulsivk├Ąufe werfen das ganze Konstrukt sowieso wieder um, aber das ist andererseits eben auch wieder der Spa├č am Neuland. Wenn man nicht genau sagen kann, wo man nun landen, ob einem der Film ├╝berhaupt gefallen wird. Und es ist dies ja auch der gr├Â├čte Spa├č, den man bei seiner Filmleidenschaft haben kann: Man entdeckt einen Film, egal ob er sich nun als ausgetrocknet-lumpige Graupe entpuppt oder als hochgewachsen-frabenfrohe Sonnenblume. Da kann doch der Kinobesuch der x-ten Fortsetzung niemals mithalten. …oder?


MMeXX



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