Dirty Cops: War On Everyone (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 17.03.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 4


Terry Monroe und Bob Bolaño sind zwei korrupte, abgefuckte Cops, die in Albuquerque, New Mexico, jeden, der ihnen über den Weg läuft, abzocken. Obwohl von ihrem Vorgesetzten argwöhnisch beäugt und immer kurz vor dem Rausschmiss, macht das infernale Duo unbeirrt weiter und legt sich so eines Tages mit dem Gangsterboss James Mangan an, einem echten Lord aus dem britischen Königreich, mit dem nicht gut Kirschenessen ist. Das sich daraus entwickelnde irrwitzige Hinundher führt über die heißen Quellen Islands zurück in ein schäbiges Porno-Film-Studio vor den Toren ihrer Heimatstadt, wo es Terry und Bob zu einer letzten Abrechnung im Stile eines guten, alten John-Wayne-Western kommen lassen.

Mit dieser skurrilen, schwarzen Komödie erfährt das Buddy-Cop-Subgenre gegenüber den letzten, eher lustlos-glattgebügelten Jahren mal wieder einen Schub in Richtung Biss und Bösartigkeit, denn Regisseur und Drehbuchautor John Michael McDonagh geht recht respektlos mit bekannten Mustern um und lässt den Zuschauer ungebremst auf unterirdische Gags und groteske Situationskomik zusteuern. Seine beiden Polizisten, die (und da sollte man sich ruhig am Originaltitel orientieren) Streit mit jedermann lostreten und mit keinem so richtig in Frieden leben können, sind die absoluten Gegenentwürfe zu Shane Blacks ja auch recht schnell als Kunstfiguren zu identifizierenden L.A.-Cops Riggs und Murtaugh und stellen nicht nur das ach-so-typische Polizisten-Familienleben auf den Kopf sondern führen nebenbei das gesamte Law-and-Order-Prinzip konsequent ad absurdum: während der eine aus Einwanderverhältnissen kommt und selbst im Kreise seiner Ehefrau und Kinder nur grob aneckt, sehnt sich der andere – Typ: lonesome cowboy auf Drogen – nach Liebe bzw. Familie und beide zusammen räumen nur im Sumpf Albuquerques auf, weil es neben einem Kind auch jede Menge Schwarzgeld zu retten gilt. Daraus hätte man eine unterhaltsame, seichte Freitag-Abend-Comedy machen können, doch der Brite McDonagh hat sich dazu entschieden, nicht nur mit der üblichen inhaltlichen Zusammensetzung zu brechen sondern auch mit ihren Erzählprozeduren. Einen roten Faden an (wirklich nachvollziehbarer) Story gibt es ebenso wenig wie die nötige Stringenz, die Handlung filmrhythmisch sinnvoll voranzutreiben oder gar dem Zuschauer Zucker in Form von üblicherweise zu erwartenden Actionszenen zu geben. Viel eher „erschließt“ sich einem das Ganze als ein Geflecht aus alkoholgetränkten (am Set mit tatsächlich Hochprozentigem improvisierten?) Dialogen, die das Verhältnis der beiden Buddy-Cops beschreiben, aus treffsicherer Soundtrack-Untermalung und einer vulgär-brutalen Grundstimmung, die viel Raum für Blut und F-Wörter lässt. Fazit: dürfte nicht jedem gefallen. Bildformat: 2,35:1. Mit Alexander Skarsgård, Michael Peña, Theo James, Tessa Thompson u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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