Shut In (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 07.04.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 3


Seit dem Unfalltod ihres Ehemannes kümmert sich Kinderpsychologin Mary Portland aufopferungsvoll um den Stiefsohn Stephen, der durch den verhängnisvollen Autocrash stumm und bewegungslos geworden ist. Die beiden haben sich in der Einöde Maines ihr Leben zwar weitestgehend gut eingerichtet, doch in Mary wächst immer mehr der Gedanke, Stephen in ein Pflegeheim zu stecken. Als in einer stürmischen Winternacht Tom, einer ihrer jungen Patienten, vor ihrer Tür steht und plötzlich wieder verschwindet, ist es aber mit der Ruhe in dem einsamen Landhaus mit angeschlossener Praxis vorbei: immer wieder hört Mary seltsame Geräusche und glaubt schon fast daran, dass der mittlerweile totgeglaubte Tom als Geist umherspukt…

Gruselige oder gar böse Kinder sind immer ein beliebtes Motiv im Horrorgenre, denn irgendwie kratzt das immer noch ein wenig am viel zitierten Tabu. Und wenn dann noch so wie hier das Eingeschlossen-Sein und eine labile Heldin als zusätzliche nervenzerrende Beigaben dazukommen, dann sollte man meinen, dass „Shut In“ eigentlich ein Selbstläufer sein müsste, oder? Doch ganz so reibungslos funktioniert der Plot dieser franko-kanadischen Produktion nicht, denn der TV-erfahrene Farren Blackburn wandert für meine Verhältnisse zu unentschlossen auf dem schmalen Grat zwischen reinem Drama und gutem Psychothrill und kann sich in den ersten zwei Dritteln wahrlich nicht entscheiden: tonal aufgebohrte Jump-Scares ohne wirkliche Bewandtnis und bleierne Trauer- und Selbstzweifel-Dialoge sind schon ein krasser Gegensatz. So geht einem anfangs das Schicksal der Mary Portland nicht wirklich nahe, auch wenn Naomi Watts alle Register ihres Könnens zieht, um diese Rolle glaubhaft zu verkörpern. Zudem scheinen mir einige Fehler bei der Continuity gerade in punkto Wetterlage – schließlich ein Aufhänger der Handlung – immer wieder negativ aufzustoßen, so dass einem der krude Story-Twist, für den Drehbuchdebütantin Christina Hodson „Shut In“ in Richtung „Misery“ verdrehen möchte, selbst als genreeprobter Zuschauer eine Umdrehung zu viel ist und man nur kopfschüttelnd darüber sinniert, was hätte sein können wenn ein besserer Filmemacher den Stoff in die Hände bekommen hätte. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Oliver Platt, Charlie Heaton, Jacob Tremblay u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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