Operation Avalanche (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 12.02.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne / 2


1967 werden vier filmverliebte CIA-Agenten als Dokumentarfilm-Crew in die NASA eingeschleust, um dort jenen Maulwurf zu enttarnen, der Details des amerikanischen Apollo-Raketen-Programms an die Russen verraten hat. Beim Abhören diverser Büros und Telefonate stolpern die vier über eines der größten Geheimnisse der NASA: eine Mondlandung wird quasi für unmöglich gehalten! Um aber das prestigeträchtige Weltraum-Duell USA vs. UdSSR doch noch zu gewinnen, arbeiten die vier Agenten daran, Apollo 11 per gefälschter Bilder zumindest für den Fernsehzuschauer sichtbar auf dem Mond landen zu lassen…

Filme, die sich mit Verschwörungstheorien beschäftigen, werden zumeist als (Polit-)Thriller konzipiert und auch so umgesetzt. Und wenn es dann noch um die nur als Inszenierung existierende Mondlandung geht, muss man unwillkürlich – auch wenn dort streng genommen ein anderer Planet das nie erreichbare Reiseziel sein soll – an Peter Hyams „Unternehmen Capricorn“ von 1977 denken, oder? Mit „Operation Avalanche“ gibt es neuen Stoff aus dieser Ecke, aber hier von einem reinrassigen Thriller zu sprechen, hieße, dass komplett irrwitzige Potenzial des Films völlig außer Acht zu lassen. Eher im Anarcho-Stil von „Männer, die auf Ziegen starren“, eingebettet in einer von Liebe zu Details berstenden Fake-Doku-Inszenierung, geht es (zumindest bis weit über die Halbzeitmarke) locker-beschwingt an die Demontage des Mythos Mondlandung. Die Muffigkeit der 1960er Jahre gerade in Behörden und Institutionen wird ebenso schön aufs Korn genommen wie so manche Geheimdienstmethode. Geschickt werden echte Aufnahmen von damals neben kunstvoll auf alt getrimmte Szenen gestellt und selbst Stanley Kubrick, der mit seinem „Dr. Seltsam“ damals tatsächlich ins Visier von Regierungstreuen geriet, wird hier zum Protagonisten. Das alles hat Schmiss und Witz, das alles überzeugt auf ganzer Linie (besonders heute: postfaktisch und Fake-News lassen grüßen). Doch leider belässt es Filmemacher Matt Johnson, der nur mit Minimal-Drehbuch unterwegs war und viel improvisieren ließ, nicht dabei und kippt „Operation Avalanche“ im letzten Drittel doch noch in Richtung Thriller-Subgenre ab, der naturgemäß unter der Frage zu leiden hat, warum angebliche Dokumentarfilmer noch so tolle Bilder kreieren können, wenn auf sie geschossen wird. Dennoch: insgesamt recht sehenswert und mit viel Herzblut und Liebe gemacht. Bildformt: 4:3 und 1,78:1. Mit Matt Johnson, Owen Williams, Jared Raab, Andrew Appelle u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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