Ouija - Ursprung des Bösen (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 20.02.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne / 4


Los Angeles 1965. Nach dem Tod ihres Mannes hält sich Alice Zander mit Séancen über Wasser, die natürlich nur Lug und Trug sind, denn ihre Töchter, die kleine Doris und die ältere Lina, sorgen im Hintergrund dafür, dass Geister anklopfen und Kerzen ausgehen. Als Lina bei einer Freundin ein Ouija-Brett findet und ihrer Mutter davon erzählt, lässt sich Alice dazu überreden, solch ein Gimmick zukünftig bei dem Schabernack mit einzusetzen. Doch leider weckt das Brett die bösen Geister des Hauses und die jüngste Tochter ist bald von einem besessen. Gut, dass die örtliche Schule von einem Priester geleitet wird…

Sieh mal an. Da gibt es doch in Hollywood wirklich noch Leute, die bereit sind, aus Fehlern zu lernen. So geschehen bei den Verantwortlichen von Blumhouse und Platinum Dunes, die aus dem Misserfolg von „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ gelernt haben und nun beim neuerlichen Hasbro-Spielbrett-Franchise-Aufguss vieles richtig gemacht haben. Das Setting der 1960er-Jahre ist stimmig, die Handlung ist nicht hyperaktiv oder gar hysterisch aufgebläht und die agierenden Personen sind mehr als nur üblicherweise eindimensional gezeichnet. Hinzukommt, dass Mike Flanagan sich und seine Inszenierung nicht allzu bierernst nimmt und man neben gut gelungenen Schockmomenten auch sorgsam gesetzten Humor vorfindet. Durchaus mit Witz plündert sich Flanagan durch die Bestenliste des Genrekinos aus den 1970ern, lässt kein ikonografisches Bild aus der Besessenheit- bzw. Exorzismus-Ecke aus und reanimiert auch filmtechnisch betrachtet jene Zeit: ein altes Universal-Logo zu Beginn, leichtes Filmkorn gegen DV-Optik-Look, seichte Sprünge bei Bild und Ton sowie immer mal wieder ein Spulenwechselzeichen in der rechten oberen Ecke deuten in Richtung Liebe zum Grindhouse-Kino. Unverwechselbar macht sich
„Ouija – Ursprung des Bösen“ jedoch durch den Umstand, dass ein starkes Frauen-bzw.-Mädchen-Trio im Mittelpunkt des Ganzen steht und man mit Lulu Wilson ein wahrlich ausdrucksstarkes Gesicht gefunden hat, die an die unheimlichen Auftritte Nicoletta Elmis von einst („Rosso – Die Farbe des Todes“, „Andy Warhols Frankenstein“) erinnert. Fazit: Während der Vorgängerfilm gerade so mit Ach und Krach die drei Sterne erreichen konnte, hat „Ouija – Ursprung des Bösen“ locker den Sprung in eine Kategorie höher geschafft – was man angesichts des ausgelutschten Stoffes nie erwartet hätte. Eine Überraschung durch und durch. Bildformat: 1,78:1. Mit Elizabeth Reaser, Lulu Wilson, Annalise Basso, Henry Thomas u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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