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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Drei bedeutende Kurzfilm-Klassiker

Stichwörter: 1970er Animation Armenien Dokumentarfilm Essayfilm Experimentalfilm Greenaway Großbritannien Jubiläum Kinder-/Familienfilm Klassiker Kurzfilm Norshteyn Peleshian Russland Sowjetunion Spielfilm Zeichentrick


Windows (1975) & Vremena goda (1975) & Yozhik v tumane (1975)
Zum 2011 erdachten jour le plus court am 21. Dezember, der hierzulande seit 2012 am gleichen Datum, dem wintersonnenwendebedingt kürzesten Tag des Jahres, als Kurzfilmtag von geneigten Kinos und Cineasten begangen wird, seien drei kleine Klassiker des Kurzfilms in Erinnerung gerufen, die Mitte der 70er Jahre erschienen sind und jeweils zu den entscheidenden Werken ihrer jeweiligen Schöpfer zählen: "Windows" (1975) von Peter Greenaway schlägt die Brücke von seinen strukturell orientierten Kurzfilmen hin zu eher poststrukturalistisch erdachten Werken, die Ordnungskriterien zunehmend ad absurdum führen, über "Vertical Features Remake" (1978) und "A Zed & Two Noughts" (1985) bis hin zur "Tulse Luper Suitcases"-Reihe (2003-2005). In "Windows" sind es die tödlichen Fensterstürze in einer kleinen englischen Gemeinde, die zum Anlass für bizarre Statistiken dienen, die die Ereignissen im größeren Kontext einordner und dabeiausgesprichen offensichtlich überhaupt gar nichts zu erklären vermögen. Anders als Greenaway, der sich mitten in seinem Frühwerk befand, war der armenische Filmemacher Artavazd Peleshian 1975 bereits an eine Art Karriereende angelangt: Mit "Vremena goda" (1975) endete eine gut 10-jährige Schaffensphase mit vergleichsweise hohem Output, wohingegen spätere Arbeiten beinahe nur im Zehn-Jahres-Takt herauskommen sollten. "Vremena goda" ist darüber hinaus Peleshians zweite (und letzte) Zusammenarbeit mit Mikhail Vartanov, der für die Kameraarbeit zuständig war und mit Peleshian visuell herausragend die Arbeit armenischer Schafshirten zeigt, unterlegt vor allem mit den "Vier jahreszeiten" Vivaldis. Ähnlich verhält es sich mit Yuriy Norshteyn, der seit 1967 (Animations-)Kurzfilme in vergleichsweise rascher Folge inszenierte, um nach "Yozhik v tumane" nur noch zwei vollendete Filme und ein unvollendetes Projekt vorzuweisen. Mit dem folgenden "Skazka skazok" (1979) gehört "Yozhik v tumane" zu Norshteyns gerühmtesten Werken, das kindgerechter daherkommt als der folgende Film, aber dennoch ein Film auch für ein gereiftes Publikum ist und ganz große, existenzielle Themen aufgreift: humorvoll und doch nachdenklich, staunend, melancholisch…



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