Donnie Darko (2001)
Zugegeben: An den Kinokassen war der am 19. Januar 2001 uraufgeführte "Donnie Darko" kein Erfolg. Aber mit der DVD-Auswertung avancierte Richard Kellys Langfilmdebüt, an das er weder mit dem verquasten "Southland Tales" (2006) noch mit seiner Richard-Matheson-Verfilmung "The Box" anknüpfen konnte, schnell zum Kultfilm, dem ein unglücklicher Director's Cut, ein dreistes Sequel und immer wieder ein von Kelly selbst vorgebrachtes Bemühen um ein eigenes Sequel nachfolgten. Mit Jake und Maggie Gyllenhaal, Patrick Swayze, Jena Malone, Drew Barrymore und vielen anderen ansprechend besetzt, rührt Kelly hier mit etwas Sentimentalität und viel Bauchpinselei für empfindsame, sich unverstanden wähnende Gemüter, auf der Höhe der mindgame bzw. mindfuck movies eine Geschichte rund um Zeitreisen, Superhelden, Heuchelei und Maskerade, Aufrichtigkeit und Liebe zusammen, die nur an der Oberfläche vage David-Lynch-Vibes besitzt, letztlich aber wesentlich konventioneller und eine Spur phantastischer daherkommt. Coming-of-Age, Liebesfilm, Psychogramm, Sci-Fi, Mystery-Thriller, Melodram, Horrorfilm und Komödie klingen an, derweil Kelly einer klaren Linie folgend Moralist(inn)en und asoziale Charakterschweine gleichermaßen vorführt und seinen Helden an einer von Gary Jules besungenen "mad world" kranken und dennoch selbige – wie auch das Leben seiner Freundin – retten (und sein eigenes Leben hingeben) lässt. Das anfangs – in einer kleinen Verbeugung vom gut 50 Jahre älteren "Harvey" (1950, Anniversary-Text) verkündete – Ende der Welt tritt zwar ein, aber es ist eben nur die Welt des Protagonisten, die ein Ende nehmen wird, nicht die Welt seiner Umgebung. Auch wenn der Erfolg der Gyllenhaals auf den Leinwänden zum verzögerten erfolg von "Donnie Darko" beigetragen haben mag, so sind es doch vor allem die emotionalen und mysteriösen Aspekte des Stoffes, die eine wachsende Gruppe an Fans zu fesseln verstand.
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