18. Februar 2019

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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Ken Loach greift sein Frühwerk auf

Ladybird Ladybird (1994)

Ken Loach kam zu einer Zeit zum Film, als das Free Cinema und die kitchen sink-Filme bereits wieder zurückgingen. Mit seiner formalen Nähe zum Dokumentarfilm und einer inhaltlichen Nähe zum Neorealismus traf Loach Mitte der 60er Jahre nicht mehr den Trend des britischen Kinos, der sich merklich in Richtung Popkultur und Swinging Sixties verlagert hatte. So begann er dann auch beim Fernsehen – für die BBC drehte er ab 1965 Dokumentarfilme und Spielfilme, die man weitgehend als Doku-Dramen fassen könnte, ehe er schließlich erste Kinofilme ablieferte. Unter seinen BBC-Produktionen befand sich auch "Cathy Come Home" (1966), der eindringlich den Abstieg eines Paares in die Obdachlosigkeit schilderte; damit einhergehend: die Entfernung der Kinder, deren Wohl unter solchen Bedingungen von der Familie nicht mehr gewährleistet werden kann. In "Kes" (1969), Loachs zweitem Kinofilm, der im November dieses Jahres sein 50. Jubiläum feiern kann und einer der ganz großen Klassiker des britischen Films ist, steht dann auch ein Kind im Mittelpunkt: Billy, der daheim bei der überforderten Mutter unter seinem großen Bruder und an der Schule unter Mitschülern und manchen Lehrern zu leiden hat. Ein Falke und ein einfühlsamer Lehrer verschaffen zumindest für kurze Zeit einen Lichtblick...
Mit dem am 19. Februar 1994 auf der Berlinale uraufgeführten "Ladybird Ladybird" greift der – durch seine ganze Karriere bis heute politisierte, sozialkritisch-polemische – Filmemacher wieder auf das Thema des Kindswohls zurück, widmet sich aber der Figur einer Mutter, die dem Anliegen des Jugendamtes ohnmächtig gegenübersteht: Vier Kinder wurden Maggie bereits weggenommen. Mit ihrem neuen Partner, mit dessen Migrationshintergrund ein noch nicht gesichertes Aufenthaltsrecht einhergeht, scheint ihr Leben ein glückliche Wendung zu nehmen, doch das Jugendamt hat erneut Bedenken...
Ausführlich äußert sich Porcupine in seinem Review zum Film.

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