Seom (2000)
Mehr als die vorangegangenen Filme Kim Ki-duks hat der wesentlich populärere "Seom" dazu beigetragen, den koreanischen Filmemacher im Westen zu etablieren. Der Popularität dürfte auch dienlich gewesen sein, dass der schon am 22. April 2000 in Südkorea erstmals aufgeführte Film im September 2000 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig als kleiner Skandalfilm gehandelt worden ist. Die schmerzhaften, wenngleich nicht allzu expliziten Gewaltakte, bei denen sich die Hauptfiguren jeweils Angelhaken oral bzw. vaginal einverleiben (und wieder entfernen lassen) – wobei gerade das letztgenannte Motiv irgendwo zwischen den Genitalverletzungen in Ingmar Bergmans "Viskningar och rop" (1972) und Lars von Triers "Antichrist" (2009) zu diskutieren wäre –, und die Verstümmelung eines Fisches, der anschließend wieder ins Wasser geworfen wird, sollen teils für Ohnmachtsanfälle gesorgt haben, was dem Films freilich reichlich Aufmerksamkeit bescherte. Und auch, wenn der Umgang mit Tieren problematisch sein dürfte, so hatte "Seom" doch weit mehr zu bieten als seine skandalisierten Szenen. Kim Ki-duk lässt in "Seom" einen flüchtigen Mörder an eine junge Frau geraten, die auf ihrem Hausboot ihren Körper ebenso verkauft wie Angelzubehör. Zwischen Verzweiflung und Eifersucht entwickelt sich zwischen beiden im Laufe der Zeit eine Liebesbeziehung; beide erreten sich gegenseitig… in einem recht schmerzhaften Prozess, wobei der überwiegend gemächliche, melancholische, teils elegische Stil vereinzelt durch kleine Gewaltspitzen irritiert wird. Spirituelle Tiefe und transgressiver Akt ergänzen einander recht stimmig.
Auf die Qualität des Film geht brokenpromisering in seinem Review ein …
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