Heavy Traffic (1973)
Nach Robert Crumb drehte Ralph Bakshi sein Langfilmdebüt "Fritz the Cat" (1972). Mit dem schon zuvor geplanten, aber danach entstandenen und am 8. August 1973 uraufgeführten "Heavy Traffic" blieb er seinen Vorlieben sichtbar treu, erweiterte aber auch merklich sein Repertoire: stilistisch wie inhaltlich. Auffällig ist schnell die Zusammenführung von Real- und Animationsfilmtechniken in diesem Film, dessen Hauptfigur auch noch Cartoons anfertigt. Als offensichtliche Melange aus beiden Gattungen, aber auch in Form der Rotoskopie zieht sich diese Kombination durch Bakshis Schaffen. Und dann ist da noch die Lust am Tabu, die Bakshi hier ausweitet und den politischeren Provokationen dabei – neben viel Sex, Gewalt und Drogenkonsum – noch mehr Platz einräumt als zuvor. Ein junger New Yorker Italo-Amerikaner aus miesen Verhältnissen scheint mit einer von ihm begehrten Afro-Amerikanerin ein neues Leben anfangen zu können – aber das Milieu bricht dieser Beziehung schließlich das Genick auf drastische Weise. Thematisierter Rassismus geht dabei mit fraglichen Stereotypen einher; und religiöse Gefühle werden mit fast blasphemischen Bildern ebenso verletzt wie auch die Gefühle von Minderheiten, auf deren Kosten hier mitunter recht geschmacklose Scherze getrieben werden, gleichwohl ihnen durchaus große Sympathie entgegengebracht wird. Bakshi polarisiert um jeden Preis und macht es seinem Publikum nicht leicht: Mit rauer Ästhetik, schwer verdaulichen Gags und einer widerspenstigen Moral, die in alle Richtungen Widerstand leistet, hat Bakshi seinem Langfilmdebüt einen Klassiker folgen lassen, der mit seiner rotzigen Attitüde und der kurzen Laufzeit etwas unscheinbar daherkommt, aber sicherlich zu den bedeutendsten Klassikern des Regisseurs zählt.
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