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von PierrotLeFou

Vor 100 Jahren: Jugend-Drama von Julien Duvivier und Jacques Feyder

Stichwörter: 1920er Drama Duvivier Feyder Frankreich Jubiläum Klassiker Literaturverfilmung Renard Spielfilm Stummfilm Tragikomödie


Poil de carotte (1925)
Mit "Visages d'enfants" (1925) hatte Jacques Feyder bei der Filmkritik enormen Zuspruch erhalten. Nach einem Roman von Jules Renard erarbeitete er für und mit Julien Duvivier ein weiteres Drehbuch für einen Film über das Drama junger Heranwachsender. Im Gegensatz zu Feyders "Visages d'enfants" kommt jedoch Duviviers am 22. Dezember 1925 uraufgeführter "Poil de carotte" weniger subtil daher: Hier geht es weniger um Schuldgefühle und sich wandelnde Einschätzungen, sondern vornehmlich um Mobbing und Misshandlung der Hauptfigur durch die leibliche – und mit Zügen eines typischen Feindbildes gezeichnete – Mutter und in kleinerem Maße durch seine Geschwister. Mit der eindeutig negativ konnotierten Figur der Mutter, deren Charakterschwäche Duvivier wenig progressiv in äußerlichen Defiziten spiegelt, setzt der Film auf die Projektion grundsätzlicher Missstände in der Kindererziehung in eine Figur, auf die sich alle Schuld abwälzen lässt. Mit dem Hang zur Karikatur und sonstigen humoristischen Ansätzen schlägt der Film zusätzlich andere Töne an als "Visages d'enfants" und wirkt wie sein grobschlächtigeres, wenngleich auf gehobenem Niveau inszeniertes Gegenstück. Sehenswert ist der Film aber ebenfalls noch, zumal den problematischen inhaltlichen Prämissen zumindest noch die Entwicklung des Vaters an die Seite gestellt wird, der seine passive Haltung überwindet und für seinen Sohn einsteht.
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