2. November 2018

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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Halloween- & Weihnachtsklassiker in Einem

The Nightmare Before Christmas (1993)

Tim Burton entwickelte die Geschichte und die Figuren, produzierte und war maßgeblich für den Touch dieses ungewöhnlich düsteren Familienfilms verantwortlich, der am 9. Oktober 1993 seine Premiere erlebte (und hierzulande in der Vorweihnachtszeit 1994 herauskam). Das ganze Projekt ging auf frühe Einfälle Burtons in den frühen 80er Jahren zurück, als sich die Disney-Studios jedoch nicht für solch ein Projekt erwärmen konnten. In den frühen 90er Jahren, als Burton nach seinem "Batman" (1989) gerade zu einem der originellsten und erfolgreichsten Hollywood-Filmemacher avanciert war, dachte man freilich um. Dem einstigen Mitarbeiter an Disney-Klassikern wie "The Fox and the Hound" (1981) und "The Black Cauldron" (1985), dessen Disney-Produktionen "Vincent" (1982) und "Frankenweenie" (1984) man stets etwas stiefmütterlich behandelt hatte, gewährte man nach Sichtung früherer Entwürfe und bereits fertiger Danny-Elfman-Songs sowie nach einigem Bedenken schließlich die Carte blanche: Ein Budget von 18 Millionen Dollar und das Recht auf den Final Cut sicherte man Burton zu, der wegen der Arbeit an "Batman Returns" (1992) und seiner angeblichen Ungeduld in Stop-Motion-Fragen den früheren Disney-Kollegen Henry Selick für die Inszenierung (unter seiner Aufsicht) verpflichtete. Schaut man sich einmal Selicks tendenziell verstörenden Animations-Kurzfilm "Slow Bob in the Lower Dimensions" (1991) an, weiß man, wohin die Reise gehen sollte... (Eine gewisse Absonderlichkeit bewahrte sich Selick auch später in "James and the Giant Peach" (1996) und "Coraline" (2009) noch.)
Der hierzulande ab 6 Jahren freigegebene Animationsfilm, dem Burtons Kurzfilm "Vincent" als Vorfilm an die Seite gestellt worden war, löste mit der Geschichte des Halloween-Königs, der den Weihnachtsmann entführen lässt, um seinerseits ein eher entgleisendes Weihnachtsfest zu bescheren, unter den Jüngsten im Publikum nicht selten ein ängstliches Geheul aus, welches manche Mütter und Väter zur Saalflucht mit den Zöglingen motivierte. Obwohl der Film freilich kindertauglich ist, besitzt er keinesfalls die Burton so verhasste Disney-Süße (der er sich in den letzten Jahren nun doch wieder ein wenig beugt: Sein für 2019 geplantes "Dumbo"-Remake scheint diesbezüglich der Gipfelpunkt zu werden). Gerade in der Gothic-Szene ist Jack Skellington dann auch bezeichnenderweise zu einem (noch heute enorm populären) Merchandise-Motiv avanciert. Und ganz ohne Frage ist dieser von Selick inszenierte Streifen einer der besten Burton-Filme geworden...
Mehr zur Qualität dieses Ausnahme-Klassikers verraten Apollon (Review) und buxtebrawler (Review) in ihren Texten...

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