I Was a Male War Bride (1949)
Inmitten der legendären Komödien Howard Hawks' – darunter immerhin Klassiker wie "His Girl Friday" und "Monkey Business" (1952) – nimmt der am 19. August 1949 uraufgeführte "I Was a Male War Bride" eine eher bescheidene Stellung ein; etwas stiefmütterlich behandelt von der Kritik und meist bloß noch eingefleischten Cary-Grant-Fans im Gedächtnis geblieben. Grant spielt hier den französischen Capitaine Henri Rochard, der sich im Nachkriegsdeutschland in Ann Sheridan als WAC-Angehörige Lt. Catherine Gates verliebt – und umgekehrt. Aber beide brauchen eine Weile, um das überhaupt mitzubekommen: man überreizt zu lange die Vorstellungen von Männlichkeit und weiblichkeit, verfehlt sich dabei lange Zeit – und als man endlich soweit ist, da wirft die Militärbürokratie ihrer Liebe einen Knüppel zwischen die Beine, ehe Grant dann letztlich – dem Filmtitel seinen Sinn gebend – als männliche Kriegsbraut die Gefährtin in die USA zu begleiten… ein Seitenwechsel, der vielleicht – so scheint es – einen besseren Mann aus Rochard machen wird, dessen Sicht auf das weibliche Geschlecht (allerspätestens, als eine Entbindung bevorsteht, der er als vermeintliche Krankenschwester assistieren soll) sich doch etwas verschiebt. Der von drei Autoren nach den Erfahrungen des realen Henri Rochard verfasste, um allerlei Improvisationen bereicherte Stoff und der von Erkrankungen und Verzögerungen betroffene langwierige Dreh an deutschen Originalschauplätzen haben aber letztlich einen Film hervorgebracht, dem man vermutlich die etwas episodisch anmutende Struktur übel nahm; doch zumindest auf den zweiten Blick zeigen sich auch hier wieder die großen Qualitäten eines typischen Hawks-Films.
Seit 2018 liegt der Klassiker recht günstig auch auf Blu-ray vor: Fassungseintrag von MMeXX
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