Cudotvorni mac (1950)
Innerhalb der empfehlenswerten langlebigen "The Cinema of …"-Reihe im Wallflower-Verlag wurden die Länder Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien im Band "The Cinema of the Balkans" (2006) unter die Lupe genommen: mehr Länder als in den Fällen "The Cinema of Central Europe" (2004) oder "The Cinema of Scandinavia" (2005). Noch dazu gehen die 24 behandelten Filme des Bandes lediglich ins Jahr 1955 zurück. Die Länder des Balkans erhalten (wohl nicht bloß) hinsichtlich ihrer nationalen Filmgeschichten im englisch- und mehr noch im deutschsprachigen Raum nur sehr begrenzt Aufmerksamkeit; das gilt insbesondere für die Zeit von den Anfängen bis hin zur frühen Nachkriegszeit. Und so ist ein Regisseur wie Vojislav Nanovic, der mit "Besmrtna mladost" (1948) nach eigenem Drehbuch den ersten Spielfilm mit dem späteren Star Rade Marković inszenierte und mit "Solaja" (1955) eines der bekannteren Frühwerke des Partisanenfilms drehte – derweil "Besmrtna mladost" als erster Partisanenfilm serbischer Prägung überhaupt gilt –, weitestgehend der Vergessenheit anheimgefallen; wohl auch, weil die Partisanenfilme weder inhaltlich noch formal großen Klassikerstatus genießen und konventionelle, wenngleich saubere Inszenierungen und melodramatische Gesten kaum aus der Masse der Filmlandschaft herauszuragen wissen. Ein Film von Nanovic sollte dann aber doch schaffen, zumindest im englischsprachigen Raum noch ein Minimum an Resonanz selbst in heutiger Zeit zu entfalten: der am 8. August 1950 uraufgeführte, auf der IMDb inzwischen immerhin – bei nicht einmal 100 Wertungen für seinen zweitbekanntesten Film – 500 Wertungen aufweisende "Cudotvorni mac". Der Film besitzt den immensen Vorzug, auf Sagen und Märchenstoffe zurückzugehen und so das Interesse einer vergleichsweise breiten Zielgruppe zu erregen, von der ein kleiner Teil durchaus aus in räumlich wie zeitlich entlegenen Regionen zu stöbern bereit ist. Und wenngleich bemerkenswerte Trickeffekte ausblieben, liefert "Cudotvorni mac" mit Jägern und Tieren in verschneiter Waldlandschaft, jungen Liebespaaren, fantastischen Geschöpfen, verzauberten Objekten, exotischen Tänzen, greisen Vetteln und weisen Alten etliche der Motive, die über Jahrzehnte den Märchenfilm prägen sollten. Wobei sich "Cudotvorni mac" – ein bisschen wie die früher entstandenen sowjetischen Märchenfilme oder hierzulande "Das kalte Herz" (1950) – ernster gibt, als man es von vielen bekannteren Märchenfilmen im sowjetischen und tschechoslowakischen Märchenfilm kennen sollte.
Mehr zum Inhalt verrät die ausführliche Inhaltsangabe von Tito…
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