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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Umstrittener Sci-Fi-Horror-Klassiker mit Charlton Heston

Stichwörter: 1970er Cash Dystopie Heston Horror Jubiläum Klassiker Literaturverfilmung Matheson Sagal SciFi Spielfilm Thriller USA

The Omega Man (1971)

Wie schon in "Planet of the Apes" (1968) war Charlton Heston noch einmal eine Art letzter Mensch: frei nach Richard Mathesons – zuvor u. a. schon mit Vincent Price verfilmten – Roman "I Am Legend" (1954) war Heston in Boris Sagals am 1. August 1971 uraufgeführten Genreklassiker als Wissenschaftler Neville unterwegs, der nach der biologischen Kriegsführung infolge eines Konflikts zwischen China und der Sowjetunion ledoglich sich selbst mit einem schützenden Serum impfen konnte. Nun irrt er durch ein nahezu menschenleeres Los Angeles, in dem sich vor allem lichtempfindliche Mutanten, allesamt Albinos, herumtreiben, die sich als Sektierer zur "Familie" zusammengeschlossen haben. Wegen Hestons (waffenlobbyaffinem) Image ist der Film, in dem ein afro-amerikanischer Albino als einer der zentralsten mutierten Sektierer erscheint, derweil Heston als eine Art Erlöser in Szene gesetzt wird und die Katastrophe von anderen Großmächten herrührt, bisweilen stark in die Kritik geraten; der Kuss zwischen ihm und der farbigen Kollegin Rosalind Cash zählt allerdings zu den frühen großen hautfarbensprengenden Leinwandküssen des Mainstreamfilm, auch wenn es wieder der weiße Mann ist, der die schwarze Frau küsst und nicht der tabuisiertere umgekehrte Fall: Manson-Family, Ku-Klux-Klan und Black Power spuken als Einflüsse und Bezüge durch diesen Film, der sich einer eindeutigen Lesart verweigert, in seiner Schlussszene allerdings doch noch einmal ein arg pathetisches Bild traditioneller US-Werte liefert. Wie so viele Mainstreamfilme der frühen 70er Jahre erscheint auch "The Omega Man" Boris Sagals, der in den Serien "The Twilight Zone" (1959 ff.) und "Night Gallery" (1969) Erfahrungen mit phantastischen Stoffen gesammelt hatte, als ein Film, der sich die jüngsten progressiven politischen Strömungen vordergründig einzuverleiben gedenkt, ohne dabei die traditionellen Haltungen und Ansichten wirklich abzustreifen: Dass mag ein Makel sein, dürfte aber als Diskussionsgrundlage um so fruchtbarer gewesen sein.
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