2. Dezember 2018

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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: De Niros Hauptrollendebüt im (nicht wirklich) ersten Langfilm de Palmas

Greetings (1968)

Gewiss, de Palma hatte kurz zuvor – nach rund achtjähriger Kurzfilmarbeit – bereits "Murder à la Mod" (1968) gedreht, der Anfang Mai 1968 zu sehen war, dann aber äußerst schnell von der Bildfläche verschwand und schließlich gar verschollen zu sein schien, ehe er dann bald 40 Jahre später wieder auf DVD und zuletzt auch bei Criterion auf BluRay zugänglich gemacht worden ist. Im Gegensatz dazu war und ist "Greetings" wesentlich erfolgreicher und vor allem bekannter: ein Farbfilm diesmal, bereits mit einem blutjungen Robert De Niro (in seiner ersten Hauptrolle) besetzt. Wie schon in "Murder à la Mod" ist auch hier wieder das Filmemachen Thema und in diesem Punkt scheint deutlich Jean-Luc Godard durch. Wer de Palmas Frühwerk immer mit Hitchcock in Verbindung bringt, unterschlägt im Grunde seine Arbeiten bis 1970, in denen Godard einen wesentlich größeren Einfluss hatte. In "Hi, Mom!" (1970), de Palmas "Greetings"-Sequel, wurde dieser Einfluss (nicht zuletzt von "La chinoise" (1967)) am deutlichsten und ließ auch eine vage Nähe zu Wexlers (ebenfalls godard-geprägten) "Medium Cool" (1969) erkennen (und sieht wie dieser in einzelnen Momenten wie eine Blaupause für Watkins' späteren "Punishment Park" (1971) aus).
Das Klima von 1968 hinterlässt in "Hi, Mom!" inmitten von Black Power, Happenings und Guerilla-Filmkunst einen etwas größeren Nachhall als noch im etwas zahmeren "Greetings", der am 15. Dezember 1968 in die Kinos gelangte. Aber bereits dort entzieht man sich dem Wehrdienst, politisiert sich, frönt der sexuellen Revolution (oder ihrer Kommerzialisierung) und probt sich als Independent-Filmemacher, dort widmen sich auch die erste und die letzte Szene dem Filmbild auf einem Bildschirm... Mit Texttafeln, Zeitraffern und wechselnden Bildformaten kommt "Greetings" dabei daher und reiht recht episodenhaft allerlei Possen und Albereien aneinander (wobei De Niro trotz seines Schnurrbarts ein wenig an den stürmischen, schalkhaften Jean-Pierre Leaud erinnert: insbesondere wenn er wie dieser bei Godard vor der Kamera aus Büchern vorliest).
Mehr zum Film berichtet Der Mann mit dem Plan in seinem Review.

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