101 Reykjavík (2000)
Vier Jahre nach seiner LazyTown-Inszenierung "Áfram Latibær" (1996) nach Kinderbuch-Vorlage, die später eine TV-Serie nach sich zog, legte der isländische Regisseur Baltasar Kormákur mit der am 30. Januar 2000 uraufgeführten, am 1. Juni in die isländischen Kinos gelangten Tragikomödie "101 Reykjavík" nach Hallgrímur Helgasons erfolgreicher Romanvorlage einen kleinen Überraschungserfolg hin, der ihm die internationale Aufmerksamkeit bei den folgenden Filmen sicherte, unter denen sich bald auch reine US-Produktionen befinden sollten. Hlynur, die antriebslose Hauptfigur, hat es nicht leicht in "101 Reykjavík": Der Alltag zwischen Rumgammeln und Kneipengängen gleicht einem tristen Trott mit wenig erbaulichen Perspektiven, aber Hylnur denkt gar nicht daran, etwas zu veränden; und eine Affäre mit der eigentlich lesbischen Flamencolehrerin Lola bringt keinesfalls die glückliche Wendung – immerhin hat sich auch Hlynurs Mutter in diese verliebt… Mit dem spanischen Filmstar Victoria Abril in der Rolle der Lola und dem gleichnamigen Kinks-Song atmet bereits Kormákurs Kinodebüt etwas internationalen Flair, aber im Mittelpunkt steht klar das Leben im titelgebenden (Zentrum von) Reykjavík, auf das Kormákur wie Helgason – der die Isländer einmal als Gäste im eigenen land bezeichnete – recht ironisch blickt.
Die DVD aus der Arthaus Collection ist recht häufig für kleines Geld zu bekommen: Fassungseintrag von Fleshgrinder
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