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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Ein Durchbruchsfilm für die Gebrüder Dardenne

Stichwörter: 1990er Belgien Dardenne Drama Frankreich Jubiläum Klassiker Luxemburg Spielfilm

La promesse (1996)

Luc und Jean-Pierre Dardenne drehten ab 1977 Filme, zunächst Dokumentarfilme, ab 1986 auch Spielfilme, mit denen es zunächst noch etwas schleppend voranging: Ihr erster Spielfilm, das Kriegsdrama "Falsch", kam 1987 heraus, erst fünf Jahre später folgte mit "Je pense à vous" (1992) die nachfolgende Arbeit. Weitere vier Jahre vergingen, ehe dann ab Mai 1996 "La Promesse" auf Festivals und ab dem 9. Oktober 1996 in den belgischen Kinos anlief. Die Resonanz war intensiver und fortan konnte das belgische Brüderpaar seine Spielfilme im zuverlässigen Dreijahrestakt abliefern, stets von einer Zahl treuer Anhänger erwartet, welche die Dardennes neben dem Briten Ken Loach zu den stimmkräftigsten Vertretern des engagiert sozialkritischen Kinos zählen.
"La promesse" schildert feinfühlig, aber wie so oft bei den Dardennes mit einem leicht rauhen, spröden Stil, wie Igor, ein junger angehender Automechaniker, immer wieder von seinem Vater in dessen krumme Geschäfte eingespannt wird: ausgetragen auf dem Rücken der Ärmsten der Armen, geht es doch um falsche Aufenthaltsgenehmigungen und Mietunterkünfte für illegale Einwanderer. Einer von ihnen verletzt sich schwer, als ihn ein Polizeieinsatz zur Flucht treibt. Igors Vater könnte helfen, entscheidet sich jedoch anders – mit tödlichen Folgen für den Verunglückten. Fortan kommt es zum Bruch zwischen dem Vater und dem Sohn, den nun Gewissensbisse quälen. Und mit der Familie des Toten haben beide ganz unterschiedliche Pläne... "La promesse" ist ein waschechter Dardenne, von Lucs Philosophiestudium ebenso geprägt wie von Jean-Pierres Dramaturgiestudium; ein Sozialdrama, bei dem die sozialen Fragen mit aller Deutlichkeit thematisiert werden, derweil die dramatischen Töne leise ausfallen: keine dick aufgetragene Melodramatik, sondern Zurückhaltung, die ein wenig an Robert Bresson gemahnt, waltet hier.
Mittlerweile liegt der Film bei Artificial Eye nicht bloß als Double-Feature-Edition mit dem Nachfolger "Rosetta" auf DVD vor (Fassungseintrag von nici1980), sondern ist als frühester Film auch in der sechs Filme umfassenden Dardenne Brothers Collection (#625DVD) enthalten.


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