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von PierrotLeFou

Vor 75 Jahren: (Fast) Fellinis Erster

Stichwörter: 1950er Drama Fellini Flaiano Italien Jubiläum Klassiker Lattuada Liebesfilm Masina Musikfilm Pinelli Spielfilm Tragikomödie


Luci del varietà (1950)
Zu den Größen des europäischen Autorenfilms im 20. Jahrhundert ist Federico Fellini zu zählen, der neben seinen zwei Meisterwerken in Folge – "La dolce vita" (1960) und "Otto e mezzo" (1963) – von hervorragenden Frühwerken wie "I vitelloni" (1953) bis hin zu großartigen Spätwerken wie "Intervista" (1987) allerlei Klassiker abgeliefert hat: "Fellini - Satyricon" (1969), "Amarcord" (1973) oder "E la nave va" (1983), um bloß ein paar zu nennen… Fellini war spätestens in den 70er Jahren ein breitenwirksames Gütesiegel im Weltkino, in Europa wie in den USA oder in Japan. Sein Stil, für den bald das Wort fellinesk gefunden wurde, prägte dutzendfach spätere Filmemacher, sodass Fellini-Bücher auch postum den Weg auf die Leinwand fanden: Gabriele Salvatores etwa drehte "Napoli: New York" (2024) und Sylvain Chomet plant seit Längerem die Fellini-Hommage "The Thousand Miles". Erstmals kamen Filme, an denen Fellini als Drehbuchautor beteiligt war, 1942 auf die Leinwand. Ab 1945 wirkte Fellini dann im Umfeld Roberto Rossellinis am neorealistischen Film mit, von dem sich sein Spätwerk erheblich absetzen sollte. Als Regisseur brachte er dann erstmals in den 50er Jahren einen Film auf die Leinwand: den im Dezember 1950 uraufgeführten "Luci del varietà", der zwar Fellinis erste Regiearbeit sein sollte, aber eben nicht nur allein Fellinis Regiearbeit. Denn die Regie teilte er sich mit Alberto Lattuada, der neben späterhin wichtigen Fellini-Mitstreitern wie Tullio Pinelli und Ennio Flaiano ebenfalls am Drehbuch mitschrieb. Zum Cast gehörte auch bereits Giulietta Masina, Fellinis Partnerin im Privaten wie auch eine seiner bevorzugten Hauptdarstellerinnen. Und wenngleich die Musik noch nicht von Nino Rota stammt – sondern von Felice Lattuada –, kommt schon merklich fellineskes Flair auf, wenn sie im reisenden Varieté Aufstiegs-, Abstiegs- und melancholische Eifersuchts- und Liebesleid-Geschichten verschmelzen. Der Kontrast aus leisen Gefühlsregungen und dem lärmenden Tamtam, der Fellinis Werk im Grunde bis hin zu "La voce della luna" (1990) prägen sollte, macht sich hier bereits so sehr bemerkbar wie sich auch vereinzelte Motive späterer Filme entdecken lassen.



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