La vida es silbar (1998)
In Deutschland ist der kubanische Filmemacher Fernando Pérez zumindest ein bisschen bekannter unter hiesigen Cineast(inn)en, ist er doch liiert mit der Filmemacherin deutschen Claudia von Alemann. Die jeweiligen Regiearbeiten weisen aber mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten (wie ein Interesse an der Situation von Frauen) auf: Sinnliches Erzählkino, manchmal metaphorisch, liefert Pérez; in den letzten Jahren etwa das Enrique(ta)-Favez-Biopic "Insumisas" (2019), über eine emanzipierte Ärztin, die im 19. Jahrhundert nach Kuba reist und ihrer Tätigkeit dort (quasi gezwungenermaßen) als Mann nachzugehen beginnt, oder das stark episodenhafte Drama "Riquimbili o El mundo de Nelsito" (2022) über die Einzelschicksale der Figuren in der Umgebung eines behinderten jungen Mannes, in dessen Innenansicht die Motive und Haltungen der Figuren Verzerrungen unterliegen. Episodenhaft und ähnlich am magischen Realismus orientiert kommt auch der am 5. Dezember 1998 uraufgerführte "La vida es silbar" daher, der heute längst als Hauptwerk seines Regisseurs gilt: Drei, vier Figuren, deren Schicksale lose verknüpft sind, stehen im Mittelpunkt des Dramas, das auch ein Bild der kubanischen Gesellschaft zwischen Vergangenheit und Zukunft, Sorgen und Hoffnungen, entwerfen möchte. Mitunter surreal, lange Zeit so sprunghaft wie leichtfüßig, verbindet der Film seine Geschichten: dem Titel dabei volle Berechtigung zukommen lassend.
Neben der hiesigen Arthaus-DVD-Veröffentlichung liegt im deutschsprachigen Raum auch eine gewohnt hochsolide Trigon-Veröffentlichung auf DVD vor: Fassungseintrag von thaipien
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