Hannibal (2001)
Die Thomas-Harris-Romane "Red Dragon" (1981) – 1986 von Michael Mann als "Manhunter" verfilmt – und "The Silence of the Lambs" (1988) – 1991 von Jonathan Demme verfilmt – erhielten nach dem Erfolg von Demmes Thriller, der wohl in seiner Dekade der wegweisende Psychothriller und Serienkiller-Streifen schlechthin war, international neue Aufmerksamkeit. Es mag auch am Status von Demmes Verfilmung gelegen haben, dass Thomas Harris nicht bloß zu Hannibal Lecter, sondern auch zu Clarice Starling zurückkehren sollte: 1999 brachte er "Hannibal" heraus, dessen Verfilmung schon früh für Aufmerksamkeit sorgen, weil der Roman – dessen Erscheinen hierzulande wesentlich mehr Aufmerksamkeit erntete als das Erscheinen des Vorgängers – doch einige reichlich drastische sowie erlesen perverse Elemente enthält; und weil Jodie Foster unter anderem wegen dieser Aspekte nicht nochmals in die Rolle der Clarice Starling schlüpfen wollte. Ridley Scott hat dem Film dann mit Julianne Moore an der Seite Anthony Hokins' umgesetzt: mit zahlreichen großen Schauspielern wie Giancarlo Giannini, Gary Oldman oder Ray Liotta besetzt und in reizvollen Kulissen visuell ansprechend eingefangen. Ungenierte Grausamkeit schmiegt sich in schönen Bildern an Bezüge zur Hochkultur; die Geschichte selbst kann dem reduzierteren, konsequenteren Vorgänger, der etwas geschickter über die Identität seiner Figuren sinnierte, kaum das Wasser reichen. Ein minimal skandalisierter Kassenerfolg war "Hannibal" aber erwartungsgemäß dennoch – und zog eine "Red Dragon"-Neuverfilmung mit Anthony Hopkins aus.
Mehr? Review von McClane
Registrieren/Einloggen im User-Center