The Million Dollar Hotel (2000)
Obgleich Wim Wenders schon in den 90er Jahren erkennen ließ, das ihm Vorzüge und Qualitäten seiner früheren Arbeiten nach und nach abhanden zu gehen drohte, war und ist er noch heute einer der großen deutschen Regie-Lieblinge bei der Filmkritik, der – nachdem sich inzwischen auch Werner Herzog vom aktiven Filmemachen zurückgezogen zu haben scheint – als letzter großer Vertreter des Neuen Deutschen Films heute für die Ära des Autorenfilms schlechthin einsteht. Doch als am 9. Februar 2000 sein "The Million Dollar Hotel" zur Uraufführung kam, fielen die Reaktionen durchwachsen aus: Nominierung für den Goldenen Bären, Auszeichnung mit dem Silbernen Bären, aber auch viel negative Kritik; die IMDb-Note liegt 25 Jahre später bei einer unbeeindruckenden 5,7/10. Dabei sind mit Milla Jovovich, Mel Gibson, Peter Stormare, Amanda Plummer, Julian Sands, Tim Roth und Bono allerlei namhafte Stars vor der Kamera vertreten, für die Phedon Papamichael die Verantwortung trug, der nicht zuletzt auch immer wieder James Mangolds Arbeiten begleitet. Look und Star-Aura besitzt "The Million Dollar Hotel" durchaus, indes kommt der auf einer Idee Bonos basierende Stoff hinsichtlich Dramaturgie und Themenvielfalt recht streitbar daher: Mel Gibson ermittelt als FBI-Agent mit zwiespältigen Methoden in einem Hotel der Außenseiter in Los Angeles im Todesfall eines jungen Mannes, der vielleicht kein bloßer Suizid war. Medienmacht, Kunst und Kommerz, eine Kriminalgeschichte und eine Liebesgeschichte, in welche auch die Figur des ausbeutbaren gutmütigen Idioten involviert ist, und eine Hommage an die Beatles ergeben einen fast überfrachteten Zweistünder, in dem sich bekannte Schwächen wie Stärken von Wenders niederschlagen.
Mit "Buena Vista Social Club" (1999) und "Don't Come Knocking" (2005) liegt "The Million Dollar Hotel" kostengünstig in der Edition Close-Up: Wim Wenders Vol. 2 auf DVD vor: Fassungseintrag von TakaTukaLand
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