The Thing from Another World (1951) & When Worlds Collide (1951) & The Day the Earth Stood Still (1951)
Nachdem der im weitesten Sinne phantastische Film in den 40er Jahren vor allem dem Horrorfilm seiner Aufmerksamkeit widmete und Sci-Fi-Elemente eher im Serial heimisch waren, änderte sich diese Ausrichtung in den 50er Jahren. Zu den frühesten Beispielen des Sci-Fi-Booms in den 50er Jahren gehört Irving Pichels "Destination Moon", aber so richtig registrierbar war die Etablierung von Sci-Fi-Filmen erst 1951, in dem sich gleich mehrere späterhin als Genre-Klassiker gehändelte Sci-Fi-Filme betrachten ließen.
Der von Christian Nyby inszenierte, Howard Hawks produzierte – und gerüchteweise auch in Teilen von ihm inszenierte – "The Thing from Another World", eine Verfilmung der von Ben Hecht adaptierten Erzählung "Who Goes There?" (1938) von John Wood Campbell, die durch die vielen Verfilmungen zu langfristigem Ruhm gelangen sollte, erlebte am 5. April 1951 seine Uraufführung: Die Geschichte einer außerirdischen Lebensform, die in der Arktis geborgen wird und nach dem Auftauen Jagd auf die beteiligten Forscher macht, gilt als einflussreiches Aushängeschild der Sci-Fi-Horrorfilme über monströse Aliens. Der Aspekt der Wandlungsfähigkeit, den Carpenters Neuverfilmung in den 80er Jahren spektakulär in Szene setzen sollte, ließ man – wohl auch aus Kostengründen – unter den Tisch fallen, obwohl gerade damit das im Genre zu dieser Zeit so wichtige Thema der Unterwanderung bestens bedient hätte werden können.
Fast zeitgleich, am 22. April 1951, kam auch Arch Obolers "Five" heraus, der zu den frühesten Beispielen von Filmen mit dem Setting einer Welt nach dem atomaren Schlagabtausch gehörte, aber dennoch nur den Ruf einer Kuriosität erlangen sollte. Ganz anders dagegen die im Herbst des Jahres erschienen Streifen "When Worlds Collide" und "The Day the Earth Stood Still": Der von George Pal produzierte und von Rudolph Maté inszenierte "When Worlds Collide" – uraufgeführt am 14. September – erzählt mit viel tricktechnischem Aufwand und Einfallsreichtum nach einem Roman von Edwin Balmer und Philip Wylie von einer bevorstehenden Kollision der Erde mit zwei herannahenden Himmelskörpern – und an den Reaktionen auf die drohende Katastrophe, die vor allem dem Bau einer weltraumtauglichen Arche gelten… Der Film ist in Sachen Katastrophenfilm-/Sci-Fi-Film-Crossover als Markstein zu betrachten und besticht vor allem mit seinen spektakulären Effekten in Technicolor. Wohingegen der am 18. September 1951 uraufgeführte "The Day the Earth Stood Still" unter der sauberen Regie von Robert Wise eine Geschichte entfaltet, die schnell und langanhaltend als humanistischer und in Teilen doch recht pessimistischer Kommentar zur politischen Lage seiner Zeit wahrgenommen wurde: Michael Rennie nimmt darin als Außeriridscher Klaatu Kontakt mit den Menschen auf, um warnend auf die Folgen ihrer Atomwaffenforschungen hinzuweisen, die – in Verbindung mit den voranschreitenden Möglichkeiten der Raumfahrt – außeriridschen Mächten hochgradig suspekt sind. Freilich reagieren die politischen und militärischen Institutionen alles andere als adäquat auf diesen Erstkontakt, wohingegen die freundschaftlichen und familiären Bande ein Milieu erschaffen, in dem ein angemessener Austausch möglich ist. Am Ende hängt dann freilich aber doch alles von der Menschheit insgesamt und den Regierungen ab…
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