Mùa hè chieu thang dung (2000)
Mit dem in Frankreich produzierten und gedrehten "Mùi du du xanh" (1993, Der Duft der grünen Papaya) und dem in Frankreich produzierten und in Ho-Chi-Minh-Stadt gedrehten "Xích lô" (1995, Cyclo) etablierte sich Tran Anh Hung in den 90er-Jahren als das bekannteste Gesicht des vietnamesischsprachigen Films. Mit dem am 18. Mai in Cannes uraufgeführten "Mùa hè chieu thang dung" festigte er diesen Status nochmals – nachdem er für gut fünf Jahre keinen Film mehr in die Kinos gebracht hatte. "Mùa hè chieu thang dung" war aber auch ein Film, dem eine neuerliche mehrjährige Pause folgte: sein nächster Film, der englischsprachige "I Come With the Rain" (2009) kam erst eine knappe Dekade später heraus, dicht gefolgt vom japanischsprachigen "Noruwei no mori" (2010), auf welchen dann wieder mit längeren zeitlichen Abständen die französischsprachigen Arbeiten "Eternité" (2016) und "La passion de Dodin Bouffant" (2023) folgten. "Mùa hè chieu thang dung" sollte sich also im Nachhinein als Abschluss von Tran Anh Hungs vietnamesischer Phase entpuppen und wird mit den vorangegangenen Filmen daher mitunter auch als lose Trilogie betrachtet. In Sachen Rhythmus und Tonfall kommt der Film dem Erstling des Regisseurs wieder etwas näher: Zwischen dem Todestag der Mutter und dem Todestag des Vaters im Hanoi der damaligen Gegenwart angesiedelt blickte der Film auf die Leben der Kinder, inbesondere der drei Schwestern Lien, Khanh und Suong. Die älteste Schwester führt mit ein scheinbar konventionelles Familienleben, das jedoch unter der Oberfläche von den Vorstellungen von Treue und Monogamie abweicht. Die zweitälteste Schwester erwartet indes erst ein eigenes Kind, derweil es in ihrer Ehe mit einem Schriftsteller inmitten einer Schreibblockade zu kriseln beginnt… Die jüngste Schwester lebt indes mit ihrem Bruder Hai zusammen, für den sie ausgesprochen große Gefühle hegt. Geruhsam und mit einem Blick auf die kleinen Details erzählt Tran Anh Hung diese sich abahnenden und andeutenden Geschichte, die zum Teil zwischen den Schwestern zur Sprache kommen.
Bei Artificial Eye liegt der Film englisch untertitelt auf DVD vor: Fassungseintrag von DrNick
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