The Amusement Park (1975)
George A. Romero ist heute berühmt-berüchtigt für seine Zombiefilme: inbesondere für seine mit "Land of the Dead" (2005) zur Tetralogie ausgeweiteten Trilogie "Night of the Living Dead" (1968), "Dawn of the Dead" (1978) und "Day of the Dead" (1985) – der Brad Anderson bald mit "Twilight of the Dead" eine Fortführung zu verpassen gedenkt –, etwas weniger auch noch für den Neuansatz "Diary of the Dead" (2007) sowie "Survival of the Dead" (2009). Die vor allem in "Dawn of the Dead" und "Day of the Dead" überdeutlich zelebrierten satirischen Ansätze, die gerne auch mit dem Plakativen arbeiteten, findet man freilich auch in seinen anderen phantastischen Filmen: etwa in "Knightriders" (1981) und dem Vampirfilm "Martin" (1977), noch etwas deutlicher in "Crazies" (1973) und "Season of the Witch" (1972). Zwischen "Crazies" und "Martin", die neben "Season of the Witch" zu den bedeutenden Romero-Filmen zählten, wurde auch der mittellange "The Amusement Park" uraufgeführt, den Romero zwischen "Season of the Witch" und "Crazies" gedreht hatte: Im Juni 1975 war das Werk auf dem American Film Festival in New York zu sehen, um im kommenden Jahren nur noch selten auf Festivals gezeigt zu werden und schließlich in den Ruf eines verschollenen Films zu gelangen – bis dann 2017 eine zuletzt im Jahr 2001 zum Einsatz gekommene Version an Romero und seine Partnerin
Suzanne Desrocher-Romero ging. Romero selbst starb knapp drei Wochen später, aber der Anstoß für eine große Wiederveröffentlichung des weitestgehend vergessenen Frühwerks war gegeben. Die Superlative, mit denen das Frühwerk und filmische Testament der Horrorfilm-Legende (die in den letzten Jahren doch ziemlich schwächelte) gelabelt wurde, sorgen für Erwartungshaltungen, die wohl meist enttäuscht werden dürften. "The Amusement Park" ist sicherlich nicht "the scariest film Romero ever made", aber der als Auftragsarbeit entstande Streifen, der ein Bewusstsein für Altersdiskriminierung zu wecken versucht, ist doch in seinen knapp 50 Minuten, in denen Hauptdarsteller Lincoln Maazel in einem Vergnügungspark zunehmend ausgegrenzt und bedroht wird, sind doch ausreichend bizarr und gallig, um "The Amusement Park" zu einer tonal stimmigen Fußnote zu Romeros gesellschaftskritisch-satirischen Horrorfilmen zu machen.
DVD- und Blu-ray-Versionen des Films sind mittlerweile unter anderem bei Potemkine erschienen: Fassungseintrag von PierrotLeFou
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