Stanley Kubrick: A Life in Pictures (2001) & Flying Padre (1951) & Day of the Fight (1951)
"2001: A Space Odyssey" (1968), der als eines der Meisterwerke Stanley Kubricks gilt, hatte seinerzeit auch die längste Vorlaufzeit aller Kubrick-Filme gehabt: vier Jahre waren vergangen seit "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" (1964). "A Clockwork Orange" (1971) folgte dann bereits nach drei Jahren, fortan aber wuchsen die Abstände zwischen den Veröffentlichungen neuer Kubrick-Filme kontinuierlich an: 1975, 1980, 1987 und 1999 folgten weitere Streifen des Filmemachers, dessen Filme auch wegen dieser langen Pausen als bedeutende Ereignisse wahrgenommen wurden. "Eyes Wide Shut" sollte zur Überraschung der Filmwelt Kubricks letzter Film sein: er überlebte die Fertigstellung des Films nur um einige Tage. Und sod auerte es nicht lange, bis die abendfüllende Kubrick-Doku erschien: Am 17. Februar 2001 erlebte das Porträt "Stanley Kubrick: A Life in Pictures" seine Uraufführung, in Berlin. Gedreht hatte sie Jan Harlan, Neffe des NS-Propagandafilmemachers Veit Harlan, dessen Schwester Kubricks Gattin wurde, dem er seinerseits lange als ausführender Produzent zur Seite stand. Mit einer Vielzahl namhafter Interviewpartner bringt Harlan seinem Publikum den eher zurückgezogenen Kult-Filmemacher etwas näher, beleuchtet seine Arbeit und nicht zustande gekommene Projekte, um einer Kino-Legende ein Denkmal zu setzen, deren Tod markant Ende des Kinos des 20. Jahrhunderts begleitete.
Die Karriere Kubricks brachte nur 13 Langspielfilm hervor, erstreckte sich aber über fast 50 Jahre. Und ziemlich genau 50 Jahre vor "Stanley Kubrick: A Life in Pictures" veröffentlichte er seine ersten Regiearbeiten: die dokumentarischen Kurzfilme "Flying Padre", der am 23. März 1951 erstmals gezeigt wurde, und "Day of the Fight", der am 26. April 1951 zu sehen war. "Day of the Fight" war dabei die Weiterentwicklung des Fotografen Kubrick zum Filmemacher Kubrick, denn eine Fotoserie für das Magazin "Look" war diesem Film über einen Kampf des Boxers Walter Cartier vorausgegangen. Der Film war fast ein Verlustgeschäft für Kubrick, der sich im Vorfeld von guten Bekannten in die technischen Aspekte der Kamera einweihen ließ und im Nachgang des Drehs die ersten Erfahrungen mit den Filmschnitt sammelte. Denn "Flying Padre" war, obgleich früher zu sehen, Kubricks zweiter Film: Ein Porträt des Pfarrers Fred Stadtmueller, der Mitglieder seiner Gemeinde per Flugzeug besuchte. Beide Filme besitzen nicht ansatzweise die herausragende Qualität, die Kubricks Langspielfilme bereits mit "The Killing" (1956), seinem dritten Langfilm, besaßen; und doch zeigt sich eine recht solide, erstaunlich routinierte Art der Inszenierung, die sich Kubrick als aufmerksamer Kinogänger, Fotograf und Selfmade-Filmemacher früh zugelegt hat.
Mit seinem ersten Langfilm liegen beide Kurzfilme unter anderem in Eurekas Masters of Cinema-Reihe auf Blu-ray vor: Fassungseintrag von Phileas
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