Der Schatz (1923)
Am 26. Januar 1923 erlebte der erste Film von Georg Wilhelm Pabst seine Uraufführung. Pabst kam vom Theater zum Film, wo er zunächst als Autor und Produzent tätig wurde, ehe er sich dann der Regie widmete. Berühmt wurde er mit – aus heutiger Sicht nicht sonderlich subtil – psychologisierenden Dramen ("Geheimnisse einer Seele" (1926)) und einer teils drastischen Nähe zur Neuen Sachlichkeit ("Die freudlose Gasse" (1925)); das Thema triebhafter Begierde, das in diesen Filmen mit unterschiedlicher Gewichtung aufgegriffen wird, findet sich schon in seinem Regiedebüt "Der Schatz": Hier soll im Haus eines Glockengießer ein alter Schatz versteckt worden sein. Um an die Tochter des Alten zu gelangen, beginnt ein Geselle mit der verbissenen Suche nach dem Vermögen, dem bald alle anheimfallen. Die Begehrte indes wird mit einem weiteren Verehrer, der bald die Bildfläche betritt und sich aus dem Geld- und Gold-Schatz nichts, aber aus seinem Schätzchen alles macht, das Haus verlassen, in dem die anderen auf ihrer Schatzsuche mit diesem wieder verschütt gehen werden. Den Stoff nach einer Literaturvorlage von Rudolf Hans Bartsch gießt der junge Pabst in expressionistische Bilder, die der sehr schnell als realistischer Filmemacher geltende Regisseur nicht sogleich aufgeben sollte; dennoch gilt Pabsts Debütfilm als eine Art Ausnahme in seiner (nicht sehr einheitlichen) Filmografie – im Kontext des deutschen Stummfilms seiner Zeit ist "Der Schatz" indes ein sehr typischer Film.
Arthaus/Kinowelt spendierte ihm einst eine nunmehr vergriffene Arthaus Premium-DVD, die mit reichhaltigem Bonusmaterial zu bestechen weiß: Fassungseintrag von Dexter
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