A Place in the Sun (1951)
George Stevens hat mehrere zeitlose Hollywood-Klassiker gedreht und sich damit fest in die Filmgeschichte eingeschrieben. Vor allem sein Schaffen in den 50er-Jahren hat den Zahn der Zeit bislang gut überstanden: "Shane" (1953), der eine ganze Generation von Western-Fans prägte, der James-Dean-Klassiker "Giant" (1956) und sein "The Diary of Anne Frank" (1959) besitzen nach wie vor Unterhaltunswert, Wirkmacht und Relevanz. Dem Anne-Frank-Stoff dürfte Stevens besonders verbunden gewesen sein, denn mit "Nazi Concentration Camps" hielt er 1945 die Bedingungen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten – von Hannover-Ahlem oder Leipzig-Thekla bis hin zu Mauthausen, Buchenwald, Bergen-Belsen und KZ Dachau – fest; der Film sollte in den Nürnberger Prozessen als Beweismittel dienen. Davor hatte Stevens bereits eine 25-jährige Hollywood-Karriere hinter sich, darunter Höhepunkte wie "Gunga Din" (1939). Aber seine erfolgreichste Phase beginnt mit dem am 5. April 1951 uraufgeführten Drama "A Place in the Sun": Diese Neuverfilmung des 1931 bereits von Josef von Sternberg verfilmten Romans "An American Tragedy" (1925) von Theodore Dreiser setzt den tragischen Stoff mit Montgomery Clift, Elizabeth Taylor und Shelley Winters ansprechend besetzt und ausgesprochen packend um. Clift spielt den Karrieristen George Eastman, der in der Fabrik seines Onkels aufzusteigen imstande ist; eine so wohlhabende wie bildhübsche Partnerin wird, so scheint es, seinen Aufstieg zu begleiten. Doch die Schwangerschaft der Geliebten, die er verstoßen wollte, macht diesen Plänen ein Strich durch die Rechnung. Schuldbelastet wird Clift aus dieser Dreieckskonstellation hervorgehen – und im arg beklemmenden Ende ein wenig wie Rodion Raskolnikov akzeptieren müssen, dass er Verantwortung für seine Schuld zu übernehmen hat.
Seit fast 5 Jahren liegt Stevens' Klassiker hierzulande bei Paramount / Universal auf Blu-ray vor: Fassungseintrag von Unicorn
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