The Iron Horse (1924)
Mitten im Sezessionskrieg verlegen die Eisenbahn-Baugesellschaften Central Pacific und Union Pacific von West bzw. von Ost die Schienen für eine transkontinentale Eisenbahnverbindung. Das ist das Setting in John Fords am 28. August 1924 uraufgeführter "The Iron Horse", der einige der zentralen Western-Motive abdeckt: Da wären etwa die Angriffe der amerikanischen Ureinwohner, da wäre aber auch eine Geschichte von Mord und Rache, wird doch der nach der Eisenbahnverbindung strebende Vater der Hauptfigur Dave Brandon ermordet, sodass der Sohn den Tod des Vaters gegen Ende rächen kann. Und es gibt auch eine zurückhaltende Liebesgeschichte in diesem Film, dessen Stärken eher im betriebenen Aufwand liegen: Originalschauplätze und eine Vielzahl an Statisten und Tieren – etliche tausend angeblich, aber die Marketing-Versprechungen hatten auch hinsichtlich der verwendeten Eisenbahnen die Unwahrheit gesagt. Allerdings waren die Original-Bahnen schlichtweg nicht mehr verfügbar. Aber auch ansonsten erlaubt sich John Ford kleine Freiheiten: Wenn die singenden Arbeitern die Textzeilen "Drill, Ye Tarriers, Drill!" in den Mund gelegt werden, werden zwar die rauhen Arbeitsbedingungen angespielt, der Song selbst allerdings stammt aus der zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Aber der Gesamteindruck ist durchaus bestechend und beinahe episch zu nennen – auch wegen der 150-minütigen Laufzeit –, sodass sich Fords "The Iron Horse" (sicherlich auch wegend er Stellung des Regisseurs im Genre") als einer der ersten, wenn nicht gar als der erste groß Western-Langfilm im kollektiven Gedächtnis der Cineasten gehalten hat (wenngleich eingefleischte Western-Liebhaber sicherlich noch frühere Streifen genannt wissen wollen).
Eureka hatte eine schöne Veröffentlichung in der Reihe The Masters of Cinema Series vorgelegt: Fassungseintrag von von Digby
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