Fourteen Hours (1951)
Henry Hathaway ist im Gedächtnis geblieben mit seinem 1995 neuverfilmten Film noir "Kiss of Death" (1947), mit seinem farbprächtigen Marilyn-Monroe-Klassiker "Niagara" (1953), seinem "Prince Valiant" (1954) oder dem Cary-Cooper-Western "Garden of Evil" (1954). Es sind große Titel aus dem Classical Hollywood, neben denen es aber noch manch andere Perle zu entdecken gibt: so etwa den am 1. März 1951 uraufgeführten "Fourteen Hours", der seinerzeit kein großer Erfolg war, aber allerlei Qualitäten aufweist. Die titelgebenden Stunden geben den Zeitraum an, den eine der Hauptfiguren auf dem Sims eines Wolkratzers verbringt: im 15. Stock, weit oben über den Passant(inn)en, von denen sich im Laufe des Films immer mehr versammeln werden… Richard Basehart spielt diesen Selbstmordkandidat, den Paul Douglas als Officer Dunnigan ins sichere Innere des Gebäudes zurückzuholen versucht, während die Medien ihrerseits ihr Interesse an der Geschichte entdecken. Die überschaubare Geschichte kann als Prototyp für viele spätere Thriller gelten, die ihre Geschichten – vor allem nach dem Siegeszug des Mobiltelefons – in immer engeren (Zeit-)Räumen entfalten, allerdings fächtert "Fourteen Hours" den Blick etwas auf, nimmt Schaulustige unter die Lupe, deren Zeugenschaft nicht ohne Effekte auf ihr eigenes Leben bleibt. Das funktioniert allerdings bestes; auch in Verbindung mit Hathaways gewohnt souveräner Inszenierung und der namhaften Besetzung, zu der auch Barbara Bel Geddes, Debra Paget und Agnes Moorehead gehören.
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