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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Nach Lazenby – nochmals Connery

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Diamonds Are Forever (1971)

Zur Zeit von "You Only Live Twice" (1967), seinem fünften James-Bond-Film, war Sean Connerys Gefallen an seiner Paraderolle denkbar gering. So gering, dass er für den nächsten Bond dann auch nicht mehr zur Verfügung stand: Für "On Her Majesty's Secret Service" (1969) trat nun George Lazenby als Bond für die Kamera, was jedoch ein Gastspiel bleiben sollte. Für den siebten Bondfilm, dessen Romanvorlage auch bereits feststand – wenngleich man sie wieder ganz gehörig abwandelte –, wollte man dann wieder Connery: Eine immens hohe Gage, die Zusicherung einer überschaubaren Drehzeit, die Zusicherung der Realisierung von zwei Wunsch-Projekten seiner Wahl und ein Drehbuch, das ein befriedeter Connery in ungewohnter Weise lobte, sorgten dann für die Rückkehr des Bond-Darstellers schlechthin, der hiermit seine Eignung für die Bond-Rolle endgültig bewies. (Einen weiteren Bond wollte er dann aber doch nicht mehr drehen – kehrte aber bekanntlich in der "Thunderball"-Neuverfilmung "Never Say Never Again" (1983), einem Konkurrenz-Produkt zur offiziellen Bond-Filmreihe nochmals in diese Rolle zurück.)
"Goldfinger"-Regisseur Guy Hamilton legte mit dem am 14. Dezember 1971 uraufgeführten "Diamonds Are Forever" seinen zweiten Bond-Film vor (und ließ dann noch die ersten zwei Roger-Moore-Bonds folgen), der mit Ernst Stavro Blofeld (Charley Gray), Blofeld-Doubles, dem schwulen Killer-Pärchen Mr. Kidd und Mr. Wint – getragen von einer humorig & campy dargereichten Homophobie, die damals auch durch andere Großproduktionen geisterte –, mit einem Superlaser, Schauplätzen wie der Mojave-Wüste und Las Vegas, mit Shirley-Bassey-Titelsong und allerlei hübschen Frauen im gewohnt chauvinistischem Konzept viel zu bieten hat, was Connerys humorvolle Bond, der teils mehr Glück als Verstand hat, und hierzulande eine doch sehr launige Synchronisation nochmals unterstreichen. Und doch wurde der Film, der seinerzeit ein immenser Kassenerfolg war, über die Jahre mit Ernüchterung von den Bond-Fans wahrgenommen: Etwas spannungsarm, etwas unnötig verkompliziert... In die Highlights der Reihe sollte Connerys letzter offizieller Bond-Film dann doch nicht eingehen. (Eher umgekehrt lief es dann mit Connery erstem Wunschprojekt, das er für und nach "Diamonds Are Forever" angehen durfte: Sidney Lumets "The Offence" (1973) sollte sich als Kassengift entpuppen, zählt heute aber zu Lumets beachtlicheren Klassikern, der zudem mit einem ambitionierten Spiel Connerys besticht.)
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