31. Dezember 2018

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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Spielberg startet durch

Amblin' (1968)

Ein netter kleiner Kurzfilm ohne Dialoge, der sich ansonsten kaum formale Extravaganzen leistet und eine Geschichte des Kennenlernens, Näherkommens, Liebens und Enttäuschens erzählt, der da am 18. Dezember 1968 erstmals zu sehen war: "Amblin'" ist sympathisch, wäre aber vermutlich kaum der Rede wert, hätte er nicht seinem Regisseur Steven Spielberg den großen Durchbruch ermöglicht. Mit schon im Kindesalter begonnenen Amateurfilmen wie "The Last Gun" (1959), "Escape to Nowhere" (1961) und "Firelight" (1964), in denen sich bereits ein Sinn für Spektakel und Genreunterhaltung erkennen ließ, hatte der 1946 geborene, spätere Starregisseur begonnen: Filme, die ihrerzeit in heimischen Kinos gezeigt worden oder auf Amateurfilmfestivals ausgezeichnet worden sind und heute zumindest in Teilen verschollen und bloß noch fragmentarisch erhalten sind.
"Amblin'" hingegen ist der erste vollendete 35mm-Film Spielbergs, der zudem mit einer bereits erfahrenen Schauspielerin daherkommt: mit Pamela McMyler. der 15.000 Dollar teure Film entwickelte sich zu einem kleinen Erfolg – und auch Jerry Lewis, dessen Filmkurs an der University of Southern California Spielberg mit George Lucas ab 1967 gelegentlich besucht hatte, war voll des Lobes: zurecht, denn die unaufgeregte Handlung verpackt Spielberg in teils souveränen Bildkompositionen, die – mit Ausnahme einer Rückspiegel-Szene – stets zurückhaltend wirken. Mit einer kleinen, nicht allzu aufregenden Pointe (der junge Mann entpuppt sich zur milden Enttäuschung der Frau als recht bürgerlich) ergibt das einen durchweg gefälligen 25-Minüter, der Spielberg letztlich in TV-Gefilde beförderte. Was er seinem 35mm-Erstling verdankt, wusste Spielberg genau: der Name der 1981 gegründeten Amblin Entertainment zeigt das recht deutlich...

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