1. Oktober 2018

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von PierrotLeFou

Vor 100 Jahren: Lubitschs Komödienklassiker mit Ossi Oswalda

Ich möchte kein Mann sein (1918)

"Mrs. Doubtfire" (1993), "Tootsie" (1982), "Some Like it Hot" (1959) und Charleys Tanten: Männer, die in Damenkleidung schlüpfen, haben sich lange im Komödien-Repertoire gehalten. In den männlichen Synchronschwimmern aus "Swimming with Men" (2018) hallte jüngst erst wieder diese scheinbar noch immer erheiternde Vorstellung des weibischen Mannes nach. In Zeiten, in denen Frauen in Hosen eine Selbstverständlichkeit darstellen, Männer in Kleidern jedoch skeptisch beäugt werden, hat jedoch das Motiv der als Mann getarnten Frau seinen Reiz scheinbar verloren: bloß Im Viktor/Viktoria-Stoff, in welchem in gewisser Weise beide Motive enthalten waren, hielt es sich in Kino-Komödien noch bis Blake Edwards' "Victor/Victoria" (1982). Ansonsten schien es im Drama à la "Pope Joan" (1972), "Yentl" (1983) oder "Die Päpstin" (2009), welches sich aus der traditionellen Ungleichbehandlung der Geschlechter speiste, besser aufgehoben zu sein.
Das sah noch bis in die 30er Jahre, in denen etwa Dolly Haas als "Page vom Dalmasse-Hotel" (1933) agierte, etwas anders aus. Schon Asta Nielsen, die sich häufig und mit Bravour für das Verstellen und Maskieren hergab, agierte im "Liebes-ABC" (1916) als Frau in Herrenkleidern, die ihrem künftigen Lebenspartner wahre Männlichkeit vorzuleben gedachte.
Lubitsch drehte mit Ossi Oswalda, dem Backfisch-Star der späten 10er Jahre, wenig später "Ich möchte kein Mann sein", der am 1. Oktober 1918 erstmals in die Kinos gelangte. Unter Lubitsches Regie hat sie in dieser reichlich abgedrehten Komödie ihre vielleicht beliebteste und bekannteste Leistung abgeliefert.
Worum es geht, verrät die Inhaltsangabe von Frankie. Preisgünstig erhältlich ist das Werk gemeinsam mit der "Austernprinzessin" aus dem Folgejahr in der Stummfilm-Reihe der Süddeutsche Zeitung Cinemathek: Fassungseintrag von Digby

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