16. Oktober 2017

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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Reithermans schönster Disney-Film – nach Kiplings Klassiker

The Jungle Book (1967)

In ihren streitbaren, 35 Filme fassenden Filmkanon hatte die Bundeszentrale für politische Bildung 2003 auch Wolfgang Reithermans "The Jungle Book" aufgenommen, der am 18. Oktober 1967 in den us-amerikanischen Kinos anlief. Zumindest ragt "The Jungle Book" aus Disneys Kinofilmen der 60er Jahren weit heraus: Wolfgang Reitherman, der zuvor und danach für die Disney-Studios "One Hundred and One Dalmatians" (1961), "The Sword in the Stone" (1963), "The Aristocats" (1970) und "Robin Hood" (1973) ohne Ko-Regisseure drehte (und danach mit John Lounsbery und auch mit Art Stevens noch "The Many Adventures of Winnie the Pooh" (1977) und "The Rescuers" (1977) folgen ließ), ist hier ganz auf der Höhe seines Könnens, wenngleich er nicht an die ruhmreichen Anfangsjahre der Disney-Filme heranreichen kann. In Rudyard Kiplings Jungle Book-Bänden fand man eine ideale Vorlage, die man recht frei umbasteln konnte, um eine etwas aufgepeppte Bambi-Variante abzuliefern. Walt Disney selbst wirkte noch ein letztes Mal vor seinem Tod (im Dezember 1966) an einem Disneyfilm mit und sorgte dafür, dass der ursprünglich düsterere Tonfall erheblich aufgelockert worden ist. Daran haben vor allem auch die Songs ihren Anteil, welche dem Film insbesondere in Deutschland (in ihrer synchronisierten Form) einen absoluten Kultstatus gesichert haben. Der musikalische Anteil des Films hatte eigentlich eine ganze Ecke namhafter ausfallen sollen: aber letztlich scheute man davor zurück, den Affenkönig Louis von Louis Armstrong sprechen zu lassen, und die Beatles, welche für die vier Geier als Sprecher geplant waren, sollten angeblich wegen John Lennons Desinteresse nicht zur Verfügung gestanden haben. (Bei Disneys Neuverfilmung "The Jungle Book" (2016) versuchte man schließlich nochmals vergeblich, die zwei verbliebenen Ex-Beatles als Geier zu gewinnen, was wohl aufgrund von Termingründen scheiterte.) Die Hauptrolle indes wurde gänzlich unspektakulär von Reithermans Sohn Bruce Reitherman gesprochen - nachdem die ursprüngliche Besetzung in den Stimmbruch geraten war -, der später im Filmgeschäft tätig bleiben sollte... "The Jungle Book" wurde aber auch ohne Armstrong und Beatles und trotz der Vorlagenuntreue ein enormer Erfolg: Der Disney-Streifen avancierte zum erfolgreichsten Film des Jahres. Und in Deutschland ist "The Jungle Book" sogar als meistgesehener Kinofilm in die Filmgeschichte eingegangen...
Ziemlich preiswert ist der beliebte Zeichentrick-Klassiker als Diamond Edition auf DVD (Fasungseintrag von Boy*of*Dawn) bzw. BluRay (Fassungseintrag von Yackmouth) zu bekommen.

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