The Blackbird (1926) & The Bat (1926)
Der Kriminalfilm formte schon früh, noch in den 10er Jahren, eine Spielart aus, die mit Elementen des Unheimlichen und seltsam Bedrohlichen spielte. Mitte der 20er Jahre hatte sich daraus längst eine eigene erfolgreiche Schiene entwickelt, die man in Hollywood routiniert beherrschte. Der am 9. Januar 1926 uraufgeführte "The Blackbird" vom Regie-/Star-Gespann Tod Browning und Lon Chaney gehört schon wegen dieser beiden Namen zu den populärsten Vertretern seiner Zeit: Chaney brilliert hier wieder einmal mit seiner Bereitschaft, körperliche Auffälligkeiten zum Einsatz kommen zu lassen. Er spielt einen Gauner, den titelgebenden Blackbird, der seine körperlichen Gebrechen nur vortäuscht, und tarnt sich dabei als wohltätiger Bischoff. Ein Liebesdrama gesellt sich zum Kitzel des Kriminalfilms hinzu, der großes Interesse am Bizarren zeigt, und letztlich ist Chaneys Charakter am Ende, in seinen letzten Minuten, dann wahrhaftig versehert – aber auch geläutert. Am 14. März 1926 gelangte ein unheimlicher Kriminalfilm in die Kinos, der ebenfalls ein Tier als Titelfigur ankündigte: Roland Wests "The Bat" handelt nach dem bereits 6 Jahre älteren Bühnenstück von Avery Hopwood und Mary Roberts Rinehart, das auf Rineharts Roman "The Circular Staircase" (1908) zurückgeht. Auch hier greift der Kriminalplot auf abwegige Prämissen zurück, die er noch etwas stärker an die Ästhetik des allmählich sich herausbildenden Horrorfilms knüpft. Auch hier verweist der Titel auf die Figur des mysteriösen Kriminellen, der später eine der Inspirationsquellen für Bob Kanes Batman-Figur sein sollte. Der Kassenerfolg war groß genug, dass West 1930 eine Fortführung des Stoffes als Tonfilm ablieferte- Ein (populäreres) Remake mit Vincent Price folgte 1959…
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