25. März 2019

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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Michele Soavi, der Horrorfilm und das italienische Genrekino

Dellamorte Dellamore (1994)

Ehe er mit dem hochwertigen Kriminalfilm-Drama "Arrivederci amore, ciao" (2006) wieder einen Film in die Kinos brachte, drehte Michele Soavi runde 12 Jahre bloß noch TV-Filme. Auch danach folgten überwiegend bloß noch TV-Filme und Serien – sowie der Historienfilm "Il sangue dei vinti" (2008) und (erneut nach langer Pause) die phantastische Familienkomödie "La Befana vien di notte" (2018), die Soavis (schlecht aufgenommene) Rückkehr zum phantastischen Film darstellte. Mit diesem war er zu Beginn seiner Karriere eng verbunden: Unter anderem in "Alien 2 - Sulla Terra" (1980), "Paura nella città dei morti viventi" (1980), "Rosso sangue" (1981), "Lo squartatore di New York" (1982), "Tenebre" (1982), "Phenomena" (1985) und "Dèmoni" (1985) war er als Kleindarsteller zu sehen, während er zugleich an einigen dieser Filme als Regieassistent mitwirkte. Später folgten noch Regieassistenz-Jobs bei Terry Gilliam.
Im Umfeld von Dario Argento, Lamberto Bava und Joe D'Amato konnte er Fuß fassen: Über Argento fertigte er den Dokumentarfilm "Il mondo dell'orrore di Dario Argento" (1985) an, D'Amato produzierte sein Langspielfilmdebüt "Deliria" (1987) und Argento produzierte seinen – mit Musik von Philip Glass ausgestatteten – "La chiesa" (1989), an welchem Argento und Lamberto Bava auch als Autoren mitgeschrieben hatten und der einst als dritter Teil der von Bava inszenierten und von Argento produzierten "Dèmoni"-Reihe geplant gewesen war. Es folgte "La setta" (1991), in dem ein gealterter Herbert Lom in einer Spätrolle zu sehen ist, und schließlich sein mitunter als Genre-Meisterwerk gehandelter "Dellamorte Dellamore", der am 25. März 1994 erstmals in die Kinos gelangte.
Der Film geht auf eine Vorlage von Tiziano Sclavi zurück und mixt Motive des Horror- und Zombiesfilms mit der Romanze und der Komödie. Der etwas grobe, vielleicht auch etwas italienische Humor mag nicht jedermanns Sache sein: die poesievollen Bilder des melancholisch-morbiden Zombiefilms erhielten jedoch jede Menge Zuspruch. Und in einer Zeit, in welcher der italienische Genrefilm nach seinem Niedergang in den mittleren/späten 80er Jahren kaum noch Aufmerksamkeit (schon gar nicht im Ausland) erregte (und in der sich der durchaus nicht unbegabte, aufstrebende Amateurfilmer Fabio Salerno als heimliche neue Hoffnung des Genres u. U. auch wegen der schlechten Zukunftsaussichten im Filmgeschäft das Leben nahm), ist "Dellamorte Dellamore" in der Tat eine beachtliche Perle, die raren Konkurrenz-Produkten wie "Fatal Frames" (1996) und "M.D.C. - Maschera di cera" (1997) doch deutlich überlegen ist.
Was einen erwartet, verrät das Review von Dellamorte81.

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