16. Juli 2018

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von PierrotLeFou

Vor 50 Jahren: Die Beatles als Zeichentrickfiguren

Yellow Submarine (1968)

Anders als bei den Beatles-Filmen Richard Lesters, in denen die vier Musiker sich höchstselbst mit einiger Ironie verkörperten – ganz so wie es kurz darauf auch bei anderen Boybands jener Jahre üblich war ("Catch Us If You Can" (1965), "Finders Keepers" (1966)) –, hatten die Beatles mit George Dunnings "Yellow Submarine" kaum etwas zu tun: Nach "Help!" (1965) hatten die Stars wenig Interesse an einem weiteren Film, der jedoch bereits vertraglich vereinbart worden war. Auch die Mitwirkung an einem Godard-Film lehnten sie ab: Godard drehte dann stattdessen mit den Rolling Stones "1+1" (1968).
Als man schließlich übereinkam, den Zeichentrickfilm "Yellow Submarine" zu produzieren, hielt sich das Engagement der Pilzköpfe in engen Grenzen: Sie synchronisierten ihre Figuren nicht selber, die allermeisten Songs kannte man bereits von ihren Alben. (Schon im Vorjahr war man angeblich vor allem wegen John Lennons Desinteresse bei Disney daran gescheitert, die Beatles die vierköpfige Geier-Truppe in "The Jungle Book" (1967) sprechen zu lassen.) Mehr Interesse hatte zumindest Paul McCartney an ihrer eigenen Regiearbeit bei "Magical Mystery Tour" (1967). Der am 17. Juli 1968 uraufgeführte "Yellow Submarine" blieb hingegen ein stiefmütterlich behandeltes Nebenprodukt, ein berechnendes Kommerzprodukt voller Eskapismus zudem, das aber kurioserweise zum ästhetisch bemerkenswertesten Beatles-Film geworden ist, der den Beatles-Mythos, die Songs und und die Beatles-Plattencover kongenial in einen Zeichentrickfilm überführt.
Heinz Edelmann, den man hierzulande vor allem über den Vorspann der ZDF-Reihe Der phantastische Film sowie über seine Klett-Cotta-"Herr der Ringe"-Buchcover-Illustration kennen dürfte, war als Art Director an "Yellow Submarine" beteiligt und goss die absurd-groteske Geschichte von den Blue Meanies, die Pepperland bedrohen und von der Musik der Beatles besiegt werden, in eine psychedelische Bilderflut, die sich aus Jugendstil, Pop Art, Surrealismus und Dadaismus speist. Nonsens und Hintergründigkeit gehen hier Hand in Hand, ausgelassene Heiterkeit trifft auf galgenhumorig verschleierte Anflüge großer Melancholie...
Ausführlicher äußert sich Moonshade in seiner Inhaltsangabe über die Handlung des Film, der bei Apple / EMI Music als empfehlenswerte BluRay vorliegt: Fassungseintrag von Hate_Society

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