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von PierrotLeFou

Vor 100 Jahren: Bildgewaltiger Lehr- und Kulturfilm von Hanns Walter Kornblum

Stichwörter: 1920er Deutschland Dokumentarfilm Kornblum Lehrfilm Loos Schön SciFi Spielfilm Stummfilm


Wunder der Schöpfung (1925)
Hanns Walter Kornblum ist ein Name, der in der Geschichte des deutschen Films lange keine Rolle spielte: Weder in Reclams "Filmführer" (1973) tauchte er auf, noch in irgendeiner späteren Neuauflage; auch in Joe Hembus' "Klassiker des deutschen Stummfilms 1910-1930" (1983) tauchte er nicht auf, schon gar nicht in Henschels Filmführer "Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933" (1993) – in den er auch nur begrenzt gehören würde –, in Metzlers "Geschichte des deutschen Films" (1993/2004) ebensowenig wie in Reclams doch schon sehr spezieller "Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland: Band 2: Weimarer Republik (1918-1933)" (2005). Man sucht ihn auch vergeblich in frühen Werken zum Kino wie etwa Curt Riess' "Das gab's nur einmal. Der deutsche Film von 1912 bis 1945" (1956) oder in Friedrich von Zglinickis "Der Weg des Films" (1956). Rare Ausnahmen im 20. Jahrhundert, die nicht in die Zeit von Kornblums Tätigkeit als Filmemacher fallen, waren Bocks und Tötebergs umfangreiches "Ufa-Buch: Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik" (1992) oder die gar nicht filmbezogene Veröffentlichung "Albert Einstein in Berlin, Teil 2. Spezialinventar" (1979): Kornblum dürfte den allermeisten Cineasten lange kein Begriff gewesen sein; eher schon stolperte man im Zusammenhang mit Wissenschaftsgeschichte über seinen Namen. Heute ist das zwar nicht radikal, aber doch tendenziell anders: Kornblums Name fällt, wo es um Märchenfilme geht, wo es um Albert Einstein geht, wo es um Judentum während der Weimarer Kinos geht, wo es kulturgeschichtlich um Moderne, Medien und Medienwandel geht… Das ist auch ein Verdienst des Filmmuseum München, das 2009 Kornblums einzigen heute noch (bzw. wieder) weitgehend vollständig erhaltenen in seiner Edition filmmuseum veröffentlichte: Fassungseintrag von Freddy J. Meyers ... Der am 14. September 1925 uraufgeführte Lehr- und Kulturfilm "Wunder der Schöpfung" wurde flugs in kollektive Gedächtnis zurückbefordert und überzeugte auch bei dieser Wiederentdeckung mit einem Mix aus diversen filmischen Gattungen und Genres und ambitioniert wie aufwändig erzeugter Bildgewalt. Das beiliegende Booklet informiert zudem ausführlich über den Filmemacher, der eher über sein wissenschaftliches Interesse zum Film gestoßen war, den er als Mittel der Wissenschaftsvermittlung betrachtete. Der unter anderem mit Theodor Loos und Margarete Schön besetzte "Wunder der Schöpfung" lohnt sich aber auch für Genrefans mit seinen Raumfahrt-Sequenzen, die vielen Sci-Fi-Klassikern vorangegangen waren.
Worum es geht, verrät die ausführliche Inhaltsangabe von ----



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