Intimacy (2001)
Schon das Regiedebüt von Patrice Chéreau, die James Hadley Chase-Verfilmung "La chair de l’orchidée" (1975) – von ihm und Jean-Claude Carrière adaptiert – war keinesfalls ein zahmer Film, sondern ein Kriminaldrama, das bereits an der Grenze zum Horrorfilm angesiedelt war. Wuchtig und brutal kam auch sein wohl bekanntester Film, "La reine Margot" (1994, Anniversary-Text) daher. Und doch waren Publikum und Kritik überrumpelt, als Chéreaus "Intimacy" nach seiner Uraufführung am 20. Januar 2001 in den Kinos die Runde machte: Die freizügigen Sexszenen, die sich in den frühen 00er Jahren wieder zu häufen begannen, dominierten sofort die Diskussionen über das Drama, wenngleich fast immer auch angemerkt wurde, dass hinter dieser provozierend anmutenden Freizügigkeit eine einfühlsame Studie der Einsamkeit der Figuren steckt: Da ist Jay (Mark Rylance), der sich regelmäßig mit Claire (Kerry Fox) zum heimlichen Sex trifft, ohne dass sie jeweils den Namen des Gegenübers kennen würden. Als Jay der Sexualpartnerin folgt und späterhin auch Kontakte zu ihrem Ehemann knüpft, sorgt erwartungsgemäß zu Spannungen in diesem Drama, in dem Intimität, Verlorenheit und Einsamkeit erschreckend dicht zusammen liegen. Dazu passt dann auch die ungeschönte Direktheit der Bilder, die viel preisgibt, und doch eher ein Gefühl der Leere als ein Gefühl der Erfüllung transportiert.
Vor etwa sechs Jahren ist bei Studiocanal eine Blu-ray-Veröffentlichung des Films erschienen: Fassungseintrag von ~ SEVEREN ~
Registrieren/Einloggen im User-Center