All the President's Men (1976)
Filme wie "She Said" (2022), "The Post" (2017), "Spotlight" (2015) oder auch "The Fifth Estate" (2013) hatten in den letzten Jahren ein seit "The Insider" (1999) ein ein wenig in den Hintergrund getretenes Subgenre wieder ins rechte Licht gerückt: den Politthriller, der mit Einflüssen des Paranoia-Thrillers auf der Basis realer Ereignisse die Recherche-Arbeit von Journalist(inn)en in den Blick nimmt und all die damit verbundenden Hindernisse und Widrigkeiten berücksichtigt. Filme wie "Dark Waters" (2023), die sich auf die engagierte Arbeit von Anwält(inn)en konzentrierten, bildeten dazu ein ergänzendes Element und arbeiteten in den letzten Jahren ebenfalls vermehrt an einem Bild mit, in dem engagierte Figuren unter allerlei Mühen um eine Aufdeckung der Wahrheit bemüht sind. Und auch wenn dieses abstrakte Bild selbst geeignet scheint, Verschwörungstheorien nähren zu können, so ist doch die progressive Ausrichtung der Filme, die sich mit den großen Skandalen der jüngeren Vergangenheit – oder im Fall von "The Post" mit den Pentagon-Papieren und den frühen 70er Jahren unter Nixons Präsidentschaft – beschäftigen, unbestreitbar. Der große Fluchtpunkt, auf den sich all diese Filme zurückführen lassen, ist der am 4. April 1976 uraufgeführte "All the President's Men" von Alan J. Pakula: Auch hier bildet Nixons Präsidentschaft, deren unrühmliches Ende damals noch keine zwei jahre zurücklag, den Kontext, ermitteln doch Dustin Hoffman und Robert Redford als Carl Bernstein und Bob Woodward in einer Angelegenheit, die als Watergate-Affäre Geschichte schreiben sollte. Für Pakula war "All the President's Men" nach "The Parallax View" (1974) und "Klute" (1971) der Abschluss einer losen Paranoia-Trilogie, wobei "All the President's Men" zwar eine nicht unberechtigte paranoide Sorge der Figuren bzw. des Publikums ins Spiel bringt, aber gar kein irrwitziges Szenario entwerfen muss: Der verwerfliche Amtsmissbrauch des lange Zeit strittigsten und unbeliebtesten US-Präsidenten, dem Trump mittlerweile längst den Rang abgelaufen haben dürfte, lag ja dank Bernstein und Woodward schon auf dem Tisch. Was aus Pakulas Klassiker im Grunde schon zu einem Historienfilm macht, wägt man die weit über die damalige Gegenwart hinausreichende Bedeutung des Skandals gegen die vergleichsweise geringe Distanz des Films zur Ereigniszeit seines Sujets ab.
Über die fast dokumentarischen Vorzüge des Films lässt sich Bretzelburger in seinem Review aus…
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