Ludwig Kerscher, ein erzkonservativer Obstbaumhändler aus Oberbayern, betrieb ab 1973 nebenher einen Filmverleih mit alten Heimatfilmen wie Wo der Wildbach rauscht und Via Mala als eine Antwort auf die seinerzeit populäre Sexwelle. Volle Kinokassen vor allem durch Zuschauer älteren Zuschnitts gaben ihm recht. 1975 startete er dann die Wiederaufführung von "Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen" unter neuem Titel mit einem etwas martialisch wirkenden Kinoplakat.
War die Uraufführung 1961 noch vollkommen unspektakulär und der Film sogar als "wertvoll" eingestuft worden, gab es vornehmlich aus linken Kreisen gegen diese Wiederaufführung massive Proteste. Dem Film wurde "Kriegsverherrlichung" oder zumindest "Kriegsverharmlosung" unterstellt, was natürlich nicht stimmte. Die meisten Kinobetreiber überklebten auf dem Plakat das Hakenkreuz, obwohl es als Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens straflos war. Einige besonders Vorsichtige machten sogar das Konterfei von Adolf Hitler unkenntlich aus Furcht vor eingeschlagenen Schaukästen.
Als Kerschers Gegenbewegung zur Sexwelle langsam abebbte, mußte auch er, um seinen Verleih zu retten, Filme wie "Monique, das Mädchen mit den heißen Hös'chen" und "Hattu Keuschheitsgürtel, muttu knabbern" in sein Programm aufnehmen.