Nachdem er im südamerikanischen Dschungel sein Unwesen trieb, gelangt der Predator, eine außerirdische Bestie, nach Los Angeles, wo er schnell zu jagen und zu morden beginnt. Ein Polizist, gespielt von Danny Glover, der zuvor einen brutalen Kampf gegen Drogenhändler führte, folgt der blutigen Spur und stellt sich der Bestie.
"Predator", der mir persönlich überhaupt nicht gefallen hatte, avancierte zum Kultfilm und spielte zudem genügend Geld ein, dass mit "Predator 2" eine Fortsetzung folgte, die ihren Vorgänger durchaus überbietet, aber ebenfalls zu Unrecht als Genre-Highlight gefeiert wird.
Die Story ist ähnlich simpel gestrickt wie die des Vorgängers und bietet neben dem mordenden Predator, der schon im Vorgänger sein Unwesen trieb erneut einen klischeehaft konstruierten Helden auf, der sich mit diesem einen nicht enden zu wollenden Kleinkrieg mitten in L.A. liefert, der im Übrigen sehr vorhersehbar ist. Dennoch ist eine entscheidende Idee dabei, die das Sequel dem Vorgänger voraus hat, denn der Schauplatz von L.A., in dem das Geschehen viel größere Ausmaße annimmt, als irgendwo im Dschungel von Südamerika, bietet zum einen mehr Spannung auf, zum anderen eröffnet es die Möglichkeit zu noch beeindruckenderen, qualitativ hochwertigeren Action-Sequenzen.
Und davon hat Stephen Hopkins, der schon mit "Highlander" einen Kultfilm kreiert hatte und unter Produktion von Joel Silver, der zuvor unter Anderem mit "Predator" und "Stirb langsam" in Erscheinung getreten war, arbeitet, definitiv einige auf Lager. Die Action-Sequenzen sind sehr wohlwollend dosiert und garantieren unterm Strich durchaus einen soliden Unterhaltungswert. Die Action-Szenen sind knallhart und brutal, was schließlich zur Indizierung des Films führte, und können damit durchaus kompensieren, dass die Effekte nicht mehr auf dem neusten Stand sind. So erweckt "Predator 2" mit seiner hohen Brutalität und den etwas veralteten, wenn auch noch recht ansehnlichen Effekten den Eindruck eines B-Movies, was auch die schlichte Story deutlich zeigt. Dass "Predator 2" kein sonderlich großer Blockbuster war, zeigt zudem, dass er an den Kinokassen nicht sonderlich erfolgreich war.
Spannung kommt zwischen den Action-Szenen, die lediglich durch ein vorhersehbares Vehikel verbunden werden, leider kaum auf. Zwar ist der Score von Alan Silvestri überaus gelungen und erzeugt stellenweise eine gespannte Atmosphäre und die eine oder andere düstere Einstellung gelingt ebenfalls und, dass das Erzähltempo sehr rasant ist, sodass "Predator 2" immer weiter an Fahrt aufnimmt, lässt sich auch nicht leugnen, aber die zahlreichen Action-Szenen schaden der düsteren Machart des Films dann doch gewaltig, genauso, wie die Kalkulierbarkeit. So ist die Spannung erst beim Finale spürbar, bei dem der Film zumindest im Ansatz seine klischeehaften Handlungsbahnen verlässt und ein wenig Überraschung bietet. Alles in allem ist es ein unterhaltsamer Actionfilm, der eher B-Movie als Blockbuster ist und über die Jahre hinweg, nachdem er zunächst ein wenig unterschätzt wurde, einen deutlich überbewerteten Ruf erhielt.
Darstellerisch überflügelt das Sequel seinen Vorgänger ebenfalls. Danny Glover, der zuvor mit "Zwei stahlharte Profis" und "Brennpunkt L.A." zwei starke Auftritte an der Seite von Mel Gibson zeigte, überzeugt auch hier als sympathischer und mutiger Polizist, der den Kampf gegen den Predator zu keinem Zeitpunkt aufgibt durchaus, zeigt aber auch menschliche Gefühlsregungen wie Furcht und verkörpert damit mehr als den stahlharten, mimikarmen Muskelprotz, den Schwarzenegger im Original mimte. Der übrige Cast nimmt nicht sonderlich viel Raum im Film ein, wobei Bill Paxton, der in einer Nebenrolle zu sehen ist, noch zu erwähnen wäre, genauso, wie Kevin Peter Hall, der erneut den Predator spielt und kurz nach dem Dreh verstarb.
Fazit:
Mit seiner stupiden Story und den veralteten Effekten ist "Predator 2" nicht unbedingt das Genre-Highlight, als das er seit Jahren gefeiert wird, unterhält mit seinem starken Hauptdarsteller, den wohlwollend dosierten Action-Szenen und dem spannenden Finale aber durchaus und ist damit besser als sein Vorgänger.
60%