Als John McTiernan den actiongeladenen Science Fiction-Horror "Predator" 1987 in die Lichtspielhäuser brachte und sich dieser Film unter Genre-Fans inerhalb kürzester Zeit einen Kultstatus erarbeitete, ließ die Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Um genau zu sein, ganze drei Jahre hat es gedauert.
Der bis dato unerfahrene Stephen Hopkins ("Nightmare on Elmstreet V") nahm auf dem Regiestuhl platz und verlagerte die Geschichte in eine nicht allzu ferne Zukunft in den Großstadt-"Dschungel" Los Angeles. Diese Zukunft sieht auf den ersten Blick nicht rosig aus: Kriminelle, rivalisierende Banden liefern sich abwechselnd untereinander und gegen die völlig überforderte Polizei tagtäglich Straßenschlachten, bei denen Leichenberge auf der Tagesordnung stehen.
Als eines Tages ein ranghohes Gangmitglied in seiner Luxussuite bestialisch hingerichtet aufgefunden wird, bekommt Detective Mike Harrigan (Danny Glover) den Fall zugewiesen. Harrigan vermutet einen Racheakt einer verfeindeten Gang, wird jedoch eines besseren belehrt. Er und sein Team geraten ins Visier eines außerirdischen Jägers, der nicht zwischen Gut und Böse unterscheidet...
An dieser Stelle muss ich zuerst mal erwähnen, dass ich ein ganz besonderes Verhältnis zu "Predator 2" habe. Denn dies war der erste Erwachsenen-Film, den ich illegalerweise als jugendlicher Stöpke im Kino live sehen durfte Während ich dieses Review schreibe, frage ich mich allerdings (als Jahrgang ´78), ob ich da wirklich erst zwölf bzw. dreizehn Jahre alt war (Okay, ich hatte einen älteren Kumpel dabei, der hatte schon einen Schnurres) oder ob der Film in Deutschland vielleicht doch erst etwas später anlief... Naja, was soll´s.
Natürlich war ich fasziniert von der brachialen Gewalt und den blutigen Einschüssen (die in den 90ern definitiv besser aussahen wie die heutige CGI-Kacke), aber irgendwie war ich auch etwas vom Gesamtergebnis enttäuscht. Eine Meinung, die ich natürlich nach mehrmaligen Ansehen revidiert habe.
In erster Linie lag das natürlich an den eigenen Erwartungshaltungen: Gab es mit Arnie und Co. damals noch aufgepumpte Berserker mit übelst fetten Wummen, musste ich hier dem schlacksigen Danny Glover zuschauen, wie er mit Baby-Pistölchen durch Mensch und Monster kämpfte "Lethal Weapon"-Fans werden sich jetzt vielleicht fürstlich beleidigt fühlen, aber mit dem guten alten Danny wurde ich nicht warm.
Okay, Jahre später muss ich zugeben, dass diese Entscheidung doch nicht so verkehrt war, die Menschen etwas "menschlicher" zu zeichnen, um den Predator (der im zweiten Teil neue, tödliche Waffen im Gepäck hat) noch machtvoller darzustellen. Auch der Schauplatzwechsel kann man als gelungen bezeichnen, die zugekoksten Gangmitglieder sind genau die richtigen Bad Asses, bei denen es richtig Spaß macht, ihnen beim Krepieren zuzuschauen. Sie sind zwar (genau wie Danny Glover) körperlich nicht so rubust, zeigen im Drogenrausch aber Eier und stellen sich dem außerirdischen Jäger mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen (immerhin sind die Wummen der Boyz in da Hood etwas durchschlagskräftiger ausgefallen wie die Wasserpistolen der Cops).
Auf der Seite der Guten dürfen wir noch Maria Conchita Alonso als weibliche Unterstützung bei der Polizei und Bill Paxton als Reporter Lambert zuschauen und mit von der Partie ist auch Gary Busey zum Zunge schnalzen, der auch auf die Handlung des Prequel eingeht bevor er gezweiteilt wird.
Das Problem was ich mit diesen Charakteren habe ist, dass ich mit ihnen nicht wirklich mitfiebern kann. Sie sind zwar gut gezeichnet, denoch bleibt im Hinterköpfchen immer die Spezialeinheit aus dem ersten Teil, bei dem jeder getötete Mann mich einen Heulkrampf kostete.
In die Rolle des Predators schlüpfte wieder Hüne Kevin Peter Hall, der fünf Monate nach den Dreharbeiten an seiner unglücklichen HIV-Infizierung verstarb. Auch Schwarzenegger sollte einen Gastauftritt absolvieren, dieser war jedoch zu sehr mit den Dreharbeiten von "Terminator 2" beschäftigt (wobei man auch nach heutigen Wissensstand spekulieren könnte, dass Arnie irgendwo am einlochen war - und damit meine ich keinen Golfplatz). Schade, das hätte diesem Film mit Sicherheit gut getan.
So, hab ich jetzt genug rumgejammert und rumgehurt? Natürlich ist auch "Predator 2" ein erstklassiger, harter Streifen geworden, bei dem ich lediglich fette Waffen und bessere Charakterzeichnung (oder Mukkies?) vermisst habe.Normalerweise wären neun Punkte drin als selbstständiger Film. Als Nachfolger kann er aber lediglich nur im Ansatz mithalten.
7/10