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Sommer in Los Angeles. Es ist heiß und die Drogengangs drehen mal wieder am Rad. So gleichen ganze Straßenzüge einem Kriegsgebiet und die Polizei hat alle Hände voll zu tun. Darunter auch Lieutenant Mike Harrigan, dessen Truppe es aber bald nicht nur mit menschlichen Gegnern zu tun bekommt.

Nach dem Dschungel im vorhergehenden Arnie-Vehikel ist diesmal die Großstadt das Revier des außerirdischen Trophäenjägers. Schon oft beschriebene Vergleiche sind durchaus vorhanden, durch das neue Setting sieht sich die von Stephen Hopkins inszenierte Fortsetzung immerhin nicht dem Vorwurf ausgesetzt, den Erstling zu wiederholen.
Die Gang-Thematik ist eher so semi-interessant, ermöglicht aber einen gesteigerten Bodycount. Dabei bedient sich der Film zwar öfters dem Einsatz roter Farbe, ist aber nicht wirklich explizit in der Darstellung. Vieles passiert im Off, dem Publikum präsentiert man dann nur das Ergebnis.
Vom atmosphärischen Aufbau des Vorgängers hat man sich verabschiedet, Hopkins setzt mehr auf Großstadtaction, immerhin mit vielen handgemachten Schießereien und Explosionen, aber auch mit stotterndem Motor, wenn es um den Fluss geht. Gerade zum Ende hin bremst sich der Film selbst immer wieder mal aus.

Die Figuren sind eine Ansammlung von Klischees an harten Cops, einer cooler als der oder die andere und in Kleidung gepackt, die nicht zur Zeitlosigkeit des Werks beiträgt. Danny Glover nimmt man den Bullen ab, den Actionheld weniger. Gary Busey ist als FBI-Agent mal nicht im Durchdrehmodus, bekannte Gesichter wie Bill Paxton oder Robert Davi bringen neben stereotypem Gehabe nicht viel. Die aus „Running Man“ (1987) bekannte Maria Conchita Alonso darf noch die toughe Frauenrolle übernehmen.
Klar, ist nicht Shakespeare, aber für das, was der Film sein will, ist es ausreichend. McTiernans „Predator“ (1987) hat trotzdem gezeigt, wie man mit so einer harten Truppe atmosphärisch und einnehmend zu Werke geht. Das gelingt hier nicht.
Auch schleichen sich ein paar Dämlichkeiten ein, wie das Wegrammen Harrigans, nur um ihn dann doch einzuweihen.

Die musikalische Untermalung stammt wieder von Alan Silvestri, der seinen Score mit einer traditionellen afrikanischen Instrumentalisierung anreicherte, was Abwechslung bringt. Eher wechselhaft sind die Effekte ausgefallen. Die schon bekannte Tarnvorrichtung kommt wieder zum Einsatz, viel Handgemachtes ist begrüßenswert, die animatronischen Augen sind es nicht.
Immerhin fügen einige Szenen gegen Ende der titelgebenden Figur mehr Hintergrund hinzu, was durchaus gelungen ist. Eine der Trophäen führte sogar zu weiteren Ablegern mit dem Jäger.

Nette Fortsetzung in neuer Umgebung, die etwas mehr über die Alienrasse liefert. Der Großstadtdschungel ist eine gute Idee, die handgemachte Action geht in Ordnung und doch mangelt es an Atmosphäre und Spannung. Kommt nicht an Teil eins ran, kann man sich aber ansehen.

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