United 93 beschäftigt sich mit der ernsten und sensiblen Thematik der Geschehnisse des berühmten 11. Sept. 2001. Der Zuschauer erlebt dabei die Ereignisse aus Sicht der islamistischen Fanatiker, der Besatzung und Passagiere des Fluges UA93 sowie der zuständigen Flugleit- und Luftsicherheitsdienststellen. Dabei werden sehr geschickt und glaubhaft das Gemisch aus Angst und Wahn der Islamisten, die anfangs die Gefahr missachtende und im Geschehensverlauf jäh abebbende Coolness der amerikanischen Piloten und Luftsicherheitsbediensteten, die Furcht und die leider zu spät ins Spiel kommende Mutfassung und Entschlusskraft der Passagiere dargestellt.
Weder erfolgreich noch misslungen ist darüber hinaus das Experiment der deutschen Synchro zu nennen: Hier werden teilweise Sprachbeiträge auf Englisch belassen, dabei jedoch – damit die Stimme auch gleich der mit den ins Deutsche übersetzten Teilen ist, von den deutschen Synchronsprechern übernommen und hören sich dementsprechend unbeholfen und albern an. Nichtsdestotrotz erreicht es den Effekt des den-Zuschauer-näher-an-die-Geschehensatmosphäre-Heranführens durchaus, und ist somit als eine interessante Abweichung von der üblichen Vollsynchronisierung anzusehen.
Fazit: Recht gut gelungene Aufarbeitung von sensibler neuester Geschichte, die den Zuschauer mitreißt und doch mit genügendem Abstand an die Sache herangeht, um Vorurteile und eine gezielte Meinungsbildung zu verhindern.