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Alle, die damals mindestens 10,12 Jahre alt waren, wissen wahrscheinlich noch ziemlich genau, wie sie von den Anschlägen auf das World Trade Center erfahren haben. Unter den Folgen leiden wir noch heute, die Anschläge haben den Blick auf unsere Mitmenschen verändert.
Der Film erzählt nun nicht die Geschichte der Flugzeuge, die ins WTC gelenkt wurden, sondern die des vierten Flugzeugs, das an dem Tag entführt, aber als einziges nicht zur Waffe wurde (auch wenn der Tod von Besatzung und Passagieren schlimm genug ist). Dem werden die Szenen am Boden entgegen gesetzt, wie die Erkenntnis, dass da gerade etwas Unglaubliches passiert, langsam durchsickert, wie überfordertes Militär und Bodenpersonal versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Einerseits hat das nicht viel mit Film im konventionellen Sinne zu tun - eine klare Identitifikationsfigur fehlt, die Handlung ist zerfahren, Motive bleiben unklar. Andererseits weiß der Zuschauer, dass er da eben keinen Film sieht, sondern eine Version der Wahrheit, die vor allem authentisch sein will. So spielen sich echte Mitglieder des Bodenpersonals selbst, so viel wie möglich wurde rekonstruiert (auch wenn die Szenen an Bord des Flugzeugs natürlkich einen großen Teil an Spekualtion und Fiktion enthalten). Das erschreckt und reißt mit - wie schon bei seinen Bourne-Filmen setzt Greengrass auf schnelle Schnitte, um den Zuschauer in die Handlung hinein zu reißen, was aber nur bedingt funktioniert. Ein Fazit fällt schwer - aber vielleicht spricht genau das für den Film.

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