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Mitte des 20. Jahrhunderts in Amerika. Die tschechische Einwanderin Selma (BJÖRK) arbeitet in einer Fabrik und lebt mit ihrem Sohn Jean in einer Art Abstellhütte die zum Gründstück eines Polizisten (DAVID MORSE). Selma hat eine seltene Augenkrankheit und weiss das ihr Sohn diese auch bekommen wird wenn er nicht früh genug operiert wird. Da Selma jedoch sehr wenig Geld hat arbeitet sie hart und spart wirklich jeden Pfennig um ihrem Sohn die Operation bezahlen zu können. Doch mit der Zeit erblindet Selma immer mehr. Um aus dem Alltag zu entfliehen stellt sie sich die ganze Welt so vor wie die Musicals die sie in ihrer Heimat immer gesehen hat. „...Weil in Musicals niemals etwas schreckliches passiert“ Die Menschen fangen für sie einfach an zu tanzen und zu singen. Doch als eines Tages ihr Nachbar ihr Geld klaut um seiner Frau vorzuspielen das er immernoch viel Geld hat verlangt Selma das Geld zurück und es kommt zu einer Auseinandersetzung mit schweren Folgen für Selma...

Björk zeigt hier wirklich sehr eindrucksvoll das sie wirklich eine gute Schauspielerin ist. Nicht umsonst bekam sie für ihre Darstellung auch die Goldene Palme in Cannes und eine Golden Globe Nominierung. Sie stellt die
Selma wirklich sehr intensiv da und spielt sehr gefühlvoll. Meiner Meinung nach komt sie auch mit ihrer Darstellung der erblindenden Selma an Emily Watson in
BREAKING THE WAVES heran. Neben ihr spielt Catherine Deneuve ihre Freundin. Catherine gehört zu ebenfalls zu den besten Schauspielerinnen Europas
und überzeugt ebenfalls. Da sie jedoch nicht eine so große Rolle hat bleibt ihr nicht viel Platz um sich neben der singenden Björk zu behaupten.

Das wohl wichtigste an diesem Film. Der Film ist ein Musical da der Zuschauer immer Selmas Visionen von den Musicals sieht und Björk auch sehr viel singt.
Die Musik hat Björk extra zu diesem film komponiert und gesungen. Die Lieder sind wirklich sehr gut und gehören wirklich zu dem besten das Björk je gemacht
hat. Leider leider leider jedoch wurden für den Soundtrack nicht nur manche Lieder anders Produziert und Gesungen (Ein Lied wird auf dem Soundtrack von Thom Yorke (Radiohead) gesungen und im Film von Peter Stormare) sondern es wurden auch noch einige Stücke ganz weggelassen was zur Folge hat das der Soundtrack mit nur 40 Minuten Spielzeit wirklich recht mager ausfällt.

Ich muss dem grandios genailen Film doch schon einräumen das er doch für Björk Fans etwas interessanter ist als für andere. Da ich jedoch Björk Fan bin gefällt mir die Musik sehr gut. Die Story jedoch ist wirklich sehr gut und
besonders durch das Spiel von Björk und der Kameraführung die im typischen DOGMA95 Stil gehalten ist (Handkamera) machen diesen Film zu einem wirklich sehr intensiven Erlebniss das den Zuschauer mitnimmt und ihn nicht schont. Geht es bei Filmen wie American Pie um die Jokes oder bei Herr der Ringe auch um die Landschaft, so kommt DANCER IN THE DARK doch ähnlich wie BREAKING THE WAVES mit minimalen Effekten und
Produktionsschönheiten aus. Der Film ist pur und die Musik und die Handlung sind am Wichtigsten. Wirklich ein sehr bewegendes Meisterwerk das jedoch nichts für Hollywoodliebhaber oder für Leute die Tori Spelling für eine Gute Schauspielerin halten. Der Film ist anders und erfordert auch Aufmerksamkeit und man muss sich auf den Film einlassen können. Kein Film für Spaßvideoabende oder lustige Kinobesuche. Vielmehr ein Erlebnis das einen zum Nachdenken anregt und einen emotional sehr mitnimmt.

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