Tja – der Film ist schwere Kost über eine Mutter mit Namen Selma, die aufgrund einer Erbkrankheit erblinden wird und die ihrem Sohn, der auch diese Erbkrankheit hat, dieses Schicksal ersparen will. Durch die fortschreitende Erblindung muss sie sich mit immer mehr Tricks durchs Leben „wurschteln“ und hoffen, dass es den Anderen nicht auffällt. Da sie dazu noch sehr arm ist, will sie irgendwie die Kosten für die Operation des Sohnes sich vom Mund absparen, Sonderschichten machen, Nebentätigkeiten machen usw. Leider bekommt der Nachbar von ihr spitz, dass sie eine größere Menge Bargeld zu Hause hat. Danach gibt es eine Kette von Vorfällen, die das Schicksal von Selma besiegelt. Das was hier passiert ist diese schwere Kost, da es für uns als Betrachter des Films eine schreiende Ungerechtigkeit ist und man immer hofft, dass alles noch irgendwie gut ausgeht. Der Film ist zudem noch sehr beeindruckend, da die Bilder häufig der Phantasie von Selma entsprechen, die sich durch ihre Erblindung die Umgebung selbst gestaltet und ausmalt. Die Klänge der Umgebung geben ihr eine gewisse Sicherheit beim Zurechtkommen. Ich denke hier kann ich mal das Wort bildgewaltig in den Raum werfen, wo ich sonst doch bei solchen Bewertungen eher zurückhaltender bin. Schaut es euch selbst an – geht aber davon aus, dass dieser Film euch mental runterziehen wird. Schaut ihn euch nicht in einer labilen Verfassung an. Wenn da alles passt, dann erwartet euch ein sehr mitreißender und sehr bewegender Film.