Fünf junge Leute machen Urlaub in Dänemark. Aber schon bei ihrer Ankunft merken die Freunde, dass in dem kleinen Städtchen etwas nicht stimmt. Am Strand begeht ein Einheimischer Selbstmord und wenig später finden sie in einem alten Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg ein geheimnisvolles Tagebuch. Weitere Morde passieren und das Quintett findet sich in einer lange zurückliegenden Rachestory wieder. Die geplante Erholung wird für alle Beteiligten ein grausamer Horrortrip.
Also ich halte es jetzt nicht für die allerbeste Idee, wenn sich deutsche Amateurdreher an Klassiker heranwagen und ungefragt Nachfolger herunterkurbeln. Das kann mal einigermaßen gutgehen wie bei Blood Angel II (Remake von I spit on your Grave) oder aber auch ähnlich chancenlos, wie mit ohne Geld den Horrorklassiker The Fog von John Carpenter fortzusetzen, dazu noch mit einem unausgegorenem Script das mit Müh und Not den Film auf eine Laufzeit von etwa einer stunde bringt.
Regisseur Oliver Krekel verlegt die ganze Story mal eben in die dänische Provinz, wo zunächst mal die Exekution der sechs rebellierfreudigen Wehrmachtsoffiziere präsentiert wird, während der Editor lustig die nächsten Minuten am Regler mit der Farbverfremdung rumspielt. Die ersten Minuten blickt eh kein Mensch durch, was gas Ganze denn soll, das ändert sich erst einigermaßen als unsere fünf Freunde Protagonisten ins Spiel kommen, die sich auf einem Urlaubstrip an die Küste befinden und uns zu Beginn mt gar lustigen Streichen und verbal geäußertem Müll so richtig ans Herz wachsen.
Immerhin kann man lobend ins Klassenbuch eintragen das die Darsteller für Nichtprofi Verhältnisse sogar einigermaßen natürlich daherkommen, sogar der Gastauftritt von Andreas Schnaas als trinkfester Leuchtturmwärter ist ganz unterhaltsam. Erstaunlich auch die klar verständliche Stimmenwiedergabe, Dialoge sind deutlich verständlich, wer sich je mal Anthropophagus 2000 angesehen hat, wird wissen wieviel das Wert ist.
Natürlich ist nicht alles Gold was (vergraben im Bunker) glänzt. Die Ausleuchtung ist ziemlich furchtbar und die Geschichte nicht wirklich viel wert. Ab und an kommt sogar mal sowas wie Spannung auf, die meiste Zeit passiert aber nicht viel. Die Locations sind eigentlich auch nur auf Ferienhaus und Strand beschränkt, da läßt sich nicht so arg viel rausholen. Auch die Dialoge wirken oft sehr gestelzt (und erzählt wird hier viel). Auch die Masken der Wehrmachtsgeister sind nur billige Plastiküberziehtotenköpfe aus dem Karnevalsversandhaus und sehen ziemlich bescheuert aus, da man von der Seite stets erkennt das sich ein echter Kopf mit Fleischüberzug darunter befindet.
Da der Streifen FSK 16 hat, darf man natürlich auch keine Blutorgien erwarten, in ca. 3 Szenen wird mal ein wenig gesprizt und mit künstlichen Eingeweiden gespielt, aber wirklich hart ist Fog 2 nicht geworden. Richtig schlecht aber dafür auch nicht, bedingt durch die kurze Laufzeit und gelegentlichen atmosphärischen Ausflügen, kann man sich das ruhig mal ne Stunde lang antun und wir sind alle gespannt, wann sich Krekel an die Neuverfilmung von Herr der Ringe wagt.
4/10