Ich weiß auch nicht mehr so recht was ich mir eigentlich von dieser OVA erwartet hatte, aber jede Art von Ansprüchen wäre wohl enttäuscht wurden, lange nicht mehr ein so schlechtes Anime gesehen. Fangen wir mit der Story an, Wissenschaftler erfinden Maschine, welche im Menschen verborgene Energien freisetzt, Versuchsperson bekommt Kind mit Superkräften, Kind kommt damit nicht klar und legt die Welt in Schutt und Asche, wird irgendwie gestoppt um viele Jahre Später auch noch die letzten überlebenden Menschen zu plätten. Das sollte so im Großen und Ganzen passen, fragt mich bitte nicht nach Details, denn das Wirre Gerede von unidentifizierbaren Personen hab ich nicht wirklich verstanden, nach ein paar Minuten war mir das auch völlig egal.
Das Hauptproblem dieser Story ist, dass jegliche Art von rotem Faden fehlt, wir springen in den 5 Episoden über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit ständig wechselnden Akteuren und Locations. Man braucht immer erst eine Weile um festzustellen, wo man sich gerade befindet, wer da überhaupt redet und was überhaupt vor sich geht, letzteres rauszubekommen kann ich als große Herausforderung für Storymasochisten empfehlen. Wenn jemand durchblickt, klärt mich bitte auf.
Eine wirre Story ist noch kein Todesurteil für ein Anime, aber in Kombination mit mieser Zeichenqualität und schlechter Musik, ist da nichts mehr zu retten. Der exzessive Einsatz von Standbildern, nervt gewaltig, die Actionszenen sind sehr kurz und auch recht billig gemacht. Wenn sich die Macher dann tatsächlich mal die Mühe gemacht haben die Figuren, welche übrigens auch so schon recht simpel geraten sind, zu animieren, wirkt das hölzern und unrealistisch. Sämtliche guten Ideen werden durch diese Minimalanimationen zu nichte gemacht, der lebendige Flugzeugträger zum Beispiel sieht in Standbildern klasse aus, reicht locker für ein gutes Comic, aber bei einem Anime setze ich ein gewisses Maß an Animation voraus, welches ich hier nicht geboten bekomme. Die Musik an sich ist nicht schlecht, aber dilettantisch in den Film eingefügt, plötzlich abgehackt beim Szenenwechsel, sich ständig wiederholend nervt sie recht schnell. Die englischen Sprecher sind ganz brauchbar, sagen wir halt unterer Genre-Standart.
Was bleibt noch übrig was lohnen könnte. Einige der wohl heftigsten Splattereffekte die ich je in einem Anime gesehen habe. In Stücke geschossene Kinder, aus Körpern herausbrechende Parasiten (ala Carpenter's Ding), herumfliegende Gehirne und Eingeweide eigentlich alles dabei. Ist zwar nett, aber für mich bei weitem nicht genug um sich einen Film oder gar eine Serie anzuschauen. Sagen wir einfach es lohnt sich definitiv nicht, sich für die kurzen aber exzessiven Gewaltsequenzen durch das öde, sinnlose und statische Gelaber zu quälen.
Fazit: Außer Hardcore Splatterfreaks rate ich jedem von GenoCyber ab. Fünf Episoden, insgesamt knapp 150 Minuten, fast komplette Zeitverschwendung. Schlecht gezeichnete, billige Endzeitkost, mit wirrer unverständlicher Story, die außer Blut und Eingeweiden wirklich nichts zu bieten hat. Ich rate eher zum ähnlichen M.D. Geist, der ist fast genau so hart, bietet aber auch gute Action und hat einen gewissen Stil und eine solide Atmosphäre.